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Wirteverband Basel-Stadt

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10.06.2006

Die jungen Alten kommen!

Eine neue Generation von Gästen…

Die Schweiz altert. Wer sich dem "Silbermarkt" clever nähert, dem winkt schon bald Gold. Und wer sich nicht auf das Gästesegment der "Best Ager" einstellt, sieht womöglich schon bald alt aus.

Wir stehen vor einem gewaltigen demographischen Umbruch: Die geburtenstarken Jahrgänge kommen schleichend, aber unaufhaltsam ins Rentenalter. Die Bevölkerungsgruppe der Über-50-Jährigen nimmt laufend zu und wird 2020 mehr als drei Millionen Menschen umfassen. Gleichzeitig fehlt ein Drittel der nachfolgenden Generationen, weil Schweizer im Durchschnitt nur noch 1.43 Kinder bekommen. In 25 Jahren wird deshalb bereits jeder dritte Einwohner über 60 sein!

Der Umbau der Alterspyramide stellt nicht nur immense Herausforderungen an Gesellschaft und Sozialsysteme, sondern birgt auch Wachstumschancen für die Wirtschaft. Rund 3000 Milliarden Franken Vermögen befinden sich in den Händen der Über-50-Jährigen! Das geläufige Bild vom bescheidenen Rentnerdasein ist überholt. Ältere Menschen werden immer vermögender, ausgabefreudiger, agiler und mobiler. Sie wollen noch nicht zum alten Eisen zählen, treiben Sport, spielen Theater und gehen gerne aus. Aufgewachsen mit Rolling Stones und Pizza, sind sie die ersten Alten, die nicht nur auf jung machen, sondern sich auch tatsächlich jünger fühlen – gemäss Untersuchungen um etwa 15 Jahre!

Die Kaufkraft verschiebt sich. Was bedeutet das für Gastgewerbe? Zum einen, dass es sich lohnt, auf die Bedürfnisse älterer Menschen einzugehen. Zum anderen, dass es immer weniger aussichtsreich ist, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie man relativ mittellosen Zwanzigjährigen mehr Speisen und Getränke verkauft.

Die neuen Alten passen in keine Schubladen. Das Alter allein sagt über den einzelnen Gast nur wenig aus. Dennoch gibt es eine Gemeinsamkeit: Die Seh- und Hörleistungen nehmen ab. Aufmerksame Gastgeber berücksichtigen das, z.B. bei der Beleuchtung, der Beschallung und der grafischen Gestaltung.

Die künftigen "Best Ager" sind nicht nur wohlhabend, sondern auch qualitäts- und gesundheitsbewusst. Ihre Vorlieben unterscheiden sich nicht mehr so stark von denen jüngerer Gäste. Klassiker der gutbürgerlichen und saisonalen Küche liegen in der Gunst immer noch zuoberst, doch nimmt die Aufgeschlossenheit gegenüber Ethno-Food zu. Viele Betriebe vernachlässigen die Bedürfnisse älterer Leute sträflich. Dabei täte gerade die traditionelle Gastronomie gut daran, sich Gedanken zum Thema zu machen.


Das wünschen sich die neuen Alten

Nicht vor Augen führen, dass sie alt sind.
Alte Menschen nicht als Rentner ansprechen. Seniorenteller sind gut, dürfen aber nicht so genannt werden. Nicht anders behandeln als jüngere Gäste: Übertriebene Fürsorge nervt.

Abnehmende Sinnesleistungen berücksichtigen.
Die Beleuchtung darf nicht schummrig sein. Genau so falsch sind auch grelle Neonröhren. Nur leise Hintergrundsbeschallung. Je geselliger die Runde, desto leiser muss die Musik sein. Klar und deutlich sprechen. Angebotskarten sauber und mit gut leserlichen Schriften gestalten.

Ältere Gäste mögen es gemütlich.
Bequeme Stühle und freundliche Bedienung sind wichtig. Seien Sie geduldig und nehmen Sie sich Zeit: Erklären Sie ausführlich, falls etwas nicht verstanden wird. Ältere Damen und Herren freuen sich über junge, hübsche Servicekräfte!

Traditionelles zeitgemäss interpretieren.
Nicht zu stark salzen und würzen. Viele Senioren müssen auf ihren Cholesterinspiegel und auf ihre Zuckerwerte achten. Kleinere Portionen anbieten, aber nicht speziell für ältere Gäste!


 

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