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11.11.2016

Das Auge isst immer mit

Interior Design und Gastronomie – eine Identitätsfrage

Restaurants mit einer durchdachten Innenarchitektur schaffen sich eine eigene Identität. Neben kulinarischen Angeboten bieten sie dem Gast auch noch eine schöne Kulisse.

"Die Küchen sind vermehrt offen gestaltet, damit der Gast Einsicht in das Küchengeschehen hat. Mit verschiedenen Tischhöhen werden zudem unterschiedliche Zonen geschaffen, wie zum Beispiel Restaurant, Bar und Lounge", bemerkt Innenarchitektin Leslie Nader.

In diese Richtung gehen die architektonischen Entwicklungen momentan in der Gastronomie. Will man aber eine zeitgemässe gastronomische Innenarchitektur haben, sollte man sich nicht zu stark beeinflussen lassen: Ansonsten droht die Gefahr, ein Imitat zu werden.

Markus Muther, Innenarchitekt von Barmade AG, erzählt von leblosen Kulissen – meistens Kopien von irgendwas – die täglich in Fachzeitschriften zu sehen seien: "Das ist keinesfalls eine Referenz für Trends. Im Trend zu liegen bedeutet, eine eigene Identität zu haben und sich dadurch vom Gewöhnlichen zu unterscheiden."

Die Ansprüche an Restaurants haben sich geändert. Geht der Kunde heute zum Essen aus, möchte er nicht nur ein schmackhaftes Gericht zu sich nehmen, sondern auch in eine schöne Atmosphäre eintauchen. Deshalb gewinnt Interior Design in der Gastronomie immer mehr an Bedeutung. Sie gibt dem Restaurant den passenden Rahmen und stärkt die eigene Identität. "Das funktioniert aber nicht mit einer Kopie eines anderen Konzeptes", erklärt Innenarchitekt Markus Muther.

Ein Beispiel für zeitgemässe Innenarchitektur ist das Aura in Zürich, das Restaurant und Nachtclub ist. "Das Food- und Interior Design soll bei unseren Konzepten im Einklang sein und sich durch das ganze Haus ziehen", erklärt Philippe Haussener, CEO der Aura Group AG und Besitzer des Restaurants. Da das Restaurant Aura auf ein Grill-Konzept setzt, wird im Unternehmen Wert auf natürliche und ausdrucksstarke Materialien wie Stein, Metall und Holz gelegt.

Die Inspiration dafür holt Haussener auf Reisen in der ganzen Welt. Bei den Gästen käme das sehr positiv an, weil sie vorwiegend multinational seien und selber viel reisten. Für CEO Philippe Haussener ist auch die geografische Lage ausschlaggebend für die Wichtigkeit der Innenarchitektur, weil "in einer Stadt Abwechslung gewünscht ist".

Welche Gästegruppen angesprochen werden sollten, könne man mit einem Interior Design-Konzept ebenfalls bestimmen, denn "der Gast muss sich wohl fühlen", erklärt Innenarchitektin Leslie Nader. Die Inneneinrichtung kann für den Gast eine Art Knigge festlegen und ihn somit im Verhalten beeinflussen.

Ein weiterer positiver Effekt einer interessanten Einrichtung sind die Bilder, die davon ins Internet gestellt werden können. Denn der heutige Gast könne sich durch Tripadvisor und andere Bewertungsportale besser informieren, "er will etwas erleben", meint Marcel Schwegler vom Restaurant Malou in Sursee.

Das Malou hat die Inspiration für die Inneneinrichtung in Thailand und Marokko gesucht – passend zum thailändischen Küchenangebot. Und die Kunden reagieren sehr positiv darauf: "Bei Erstbesuchern entsteht immer ein kleiner Wow-Effekt."

Wie viel ein Interior Design-Konzept im Durchschnitt kostet, ist schwierig einzuschätzen. Für Philippe Haussener vom Aura ist es wichtig, dass die Einrichtungskosten amortisiert werden können. Für Innenarchitekt Muther sind für die Budgetierung sehr viele Faktoren im Spiel. Ob es sich um einen Neubau handle oder um einen Umbau, bei dem man Vorhandenes wieder passend hervorheben könne, sei entscheidend. Fast niemand könne es sich heute leisten, regelmässig umzubauen: "Man braucht ein Konzept, das stark genug ist, mehrere Jahre attraktiv zu sein."

"Interior Design lohnt sich, weil der Betrieb dadurch attraktiver wirkt. Das zieht die Gäste an und trägt auch zur Motivation der Mitarbeitenden bei", argumentiert Muther. Marcel Schwegler vom Restaurant Malou konkretisiert: "Jedes Restaurant braucht seinen eigenen Touch – einfach ein wenig anders sein."

Vorteile auf einen Blick
Als Marketinginstrument stärkt Interior Design die eigene Identität des Restaurants. Mit einer passenden Innenarchitektur können Betriebe bestimmte Zielgruppen ansprechen.
Bilder von attraktivem Interior Design werden häufiger online gestellt, beispielsweise auf Bewertungsportalen oder Social Media. Ein Innenarchitekturkonzept kann das Food- und Restaurantkonzept stützen.

Nuria Peón / GastroJournal

Bild: aura-zurich.ch


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