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08.03.2026
Deutschland: Mehrwertsteuersenkung zeigt Wirkung
Trotz höheren Mindestlöhnen: Gastronomiepreise sinken leicht
Seit anfangs 2026 gilt in Deutschland der ermässigte Mehrwertsteuersatz von 7% auf Speisen in der Gastronomie. Getränke bleiben weiterhin mit 19% besteuert. Eine Untersuchung zeigt nun, dass trotz einer massiven Erhöhung des Mindestlohns in deutschen Restaurants sowohl die Speisen als auch die Getränke etwas günstiger wurden. Ohne Steuersenkung wären die Preise wohl stark gestiegen.
Zwei Monate nach der Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie von 19% auf 7% zeigen sich Preisbewegungen nach unten. Eine aktuelle Auswertung des Marktforschungsunternehmen Meoton belegt: Sowohl die Preise für Speisen als auch für Getränke sind gegenüber Mitte Dezember 2025 – also vor Inkrafttreten der Steuersenkung – leicht gesunken.
Mitte Januar hatte Meoton noch weitgehend stabile Preise gemessen. Nun zeigt die Folgeerhebung von Mitte Februar ein etwas verändertes Bild: Der Preisindex für Speisen liegt bei 99.6 gegenüber Dezember 2025 (=100), ein Rückgang von 0.4%. Bemerkenswert ist, dass auch bei Getränken, für die weiterhin 19 % Mehrwertsteuer gelten, die Preise sanken – auf einen Indexwert von 99.1 gegenüber Dezember (minus 0.9%).
Bremse gegen Preiserhöhungen
Dass die Preissenkungen trotz der erheblichen steuerlichen Entlastung moderat ausfallen, liegt am gegenläufigen Kostendruck: Zeitgleich mit der Mehrwertsteuersenkung trat zum 1. Januar 2026 die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns von 12.82 auf 13.90 Euro in Kraft – ein Anstieg um 8.4%.
Christian Haese, Mitgründer von Meoton: «Die Mehrwertsteuersenkung wirkt – aber nicht als Preissenkung, sondern als Bremse gegen Preiserhöhungen. Ohne die steuerliche Entlastung wären die Preise in der Gastronomie heute vermutlich deutlich höher.»
Zur Einordnung: Eine vollständige Weitergabe der Steuersenkung auf Speisen entspräche rechnerisch einer Preisreduktion von fast 10 %. Der tatsächliche Rückgang von 0.4% deutet darauf hin, dass ein grosser Teil der Entlastung dazu dient, die gestiegenen Betriebskosten aufzufangen.
Ein Teil wird auch dazu genutzt, neben den Speisen- auch die Getränkepreise zu senken. Nicht untersucht wurde die Frage, wie stark der finanzielle Spielraum durch die Steuersenkung die Investitionsfähigkeit und Investitionsfreude der deutschen Gastronomen beeinflusst.
Meoton hat über 200’000 Preise von mehr als 30’000 Gastronomieobjekten in Deutschland ausgewertet. Verglichen wurden online veröffentlichte Speise- und Getränkekarten von Mitte Dezember 2025, Mitte Januar 2026 und Mitte Februar 2026.
- Deutschland senkt den Steuersatz für Speisen in der Gastronomie
- Sondersatz: Beherbergung erhält Planungssicherheit
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Dossier: Mehrwertsteuer
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