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16.04.2013

Jobkiller "Gastronomietourismus"

2 Milliarden Franken Kaufkraftabfluss ins benachbarte Ausland

Alle reden vom Einkaufstourismus. Dabei geht vergessen, dass es auch einen "Gastronomietourismus" gibt. Leider gibt es zu diesem Phänomen keine gesicherten Daten. Grobe Schätzungen gehen von zwei Milliarden Franken Kaufkraftabfluss aus. Das kostet Tausende von Arbeitsplätzen im Schweizer Gastgewerbe!

Viele in der Schweiz wohnhafte Personen suchen gezielt Gaststätten im benachbarten Ausland auf, um sich dort zu verpflegen oder zu unterhalten. Zudem findet Gastronomietourismus auch statt, wenn im Rahmen von Auslandeinkäufen in Restaurants, Cafés, Imbisslokalen und Bars konsumiert wird.

Die Gründe für den Gastronomietourismus überschneiden sich vermutlich mit den Motiven für den Einkaufstourismus im engeren Sinne, unter welchem der Detailhandel leidet. In der Gastronomie fallen höchstens die Öffnungszeiten als Beweggrund weg. Zudem sieht die geographische Verteilung etwas anders aus, weil der Hauptumsatz nicht in grossen Einkaufszentren erzielt wird, sondern weit verstreut – auch von ländlichen Gaststätten.

Möglicherweise spielen Qualitätsüberlegungen eine andere Rolle wie im Einzelhandel. Das klare Hauptmotiv ist aber bestimmt auch in der Gastronomie, dass Herr und Frau Schweizer der Hochpreisinsel entfliehen!

Versuch einer Schätzung

Während für den Detailhandel eine Studie der GfK im Auftrag der IG Detailhandel Schweiz vorliegt und schon vorher anhand der Ausfuhrbescheinigungen des deutschen Zolls relativ genaue Schätzungen möglich waren, fehlen Daten für das Gastgewerbe.

2012 wurden am deutschen Zoll gut 14 Millionen "grüne Zettel" abgestempelt. Gehen wir davon aus, dass nur die Hälfte der Ausfuhren überhaupt abgestempelt und im Durchschnitt zu zweit eingekauft wird, dann haben wir es mit rund 56 Millionen Grenzübertritten zu Einkaufszwecken zu tun – alleine nach Deutschland.

Nehmen wir an, dass jeder Einkaufstourist im Durchschnitt für 4 Euro in der Gastronomie konsumiert, dann belaufen sich die entsprechenden Ausgaben auf 224 Millionen Euro oder 280 Millionen Franken. Die so verkauften Dienstleistungen dürften wegen des höheren Preisniveaus in der Schweiz einem Umsatz von 500 Millionen Franken entsprechen.

Gezielte Gaststättenbesuche in Deutschland sind hier noch nicht mitgezählt. Da viele Restaurants im deutschen Grenzgebiet am Abend 60 bis 70 Prozent ihres Umsatzes mit Gästen aus der Schweiz erzielen, fahren vermutlich viele Konsumenten nicht als Einkaufstouristen über die Grenze, sondern mit dem Hauptmotiv, im Ausland zu essen (oder auszugehen).

Unter Berücksichtigung dieser Tatsache schätzen wir den Kaufkraftabfluss aus der Schweizer Gastronomie alleine nach Deutschland auf 1 Milliarde Franken. Kaufkraftabfluss bedeutet, dass die im Ausland bezogenen Dienstleistungen zu Schweizer Preisen gerechnet werden, um die Auswirkungen auf die heimische Gastronomie abzuschätzen.

Aus dem Detailhandel ist bekannt, dass etwas mehr als die Hälfte des Kaufkraftabflusses nach Deutschland geht. Die Nachbarländer Frankreich, Italien und Österreich teilen den Rest unter sich auf. Hochgerechnet kommen wir also auf eine Kaufkraft von gegen zwei Milliarden Franken, die der Schweizer Gastronomie verloren gehen. Diese grobe Schätzung zeigt, wie ernst die Lage ist.

Nicht enthalten in diesen Zahlen sind Ausgaben von Schweizern während Ferien- oder Geschäftsreisen im benachbarten Ausland. Ebenfalls nicht berücksichtigt sind Umsatzeinbussen schweizerischer Restaurationsbetriebe, die durch den Rückgang von Gästen aus dem benachbarten Ausland entstehen.

Zwei Milliarden Franken Kaufkraftabfluss! Wäre dieser nur halb so gross und damit auf einem halbwegs normalen Niveau, so würden im Schweizer Gastgewerbe Tausende von Arbeitsplätzen wieder entstehen, die schleichend weggefallen sind. Innert drei Jahren gingen in der Branche 13'000 Arbeitsplätze verloren.

Einzugsgebiet bis tief in die Schweiz

Die Einzugsgebiete der Gastronomiebetriebe ennet der Grenze ziehen sich bis weit in die Schweiz hinein. Mit Ausnahme der Agglomerationen Bern und Luzern befinden sich die grössten Ballungszentren im Sog der grenznahen Restaurants und Unterhaltungsbetriebe. Rund drei Viertel der Schweizer Bevölkerung können innerhalb von 60 Autofahrminuten einen ausländischen Gastronomiebetrieb ansteuern, fast ein Drittel sogar innerhalb von 30 Minuten!

Am kürzesten sind die Wege in Genf, Basel, im Tessin, im nördlichen Rheintal und am ganzen Nordrand der Schweiz, wo sich zahlreiche Gaststätten nahe der Grenze befinden. Wer sich auf Parkplätzen grenznaher Gaststätten umsieht, wird aber nicht nur Autokennzeichen von Grenzkantonen erkennen.


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