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16.05.2018

«Zuerst Potential an anderen Orten nutzen»

Gewerbeverband ergreift Referendum gegen Lysbüchel-Planung

Die Mehrheit des Grossen Rats hat den Ratschlag Volta-Nord (Lysbüchel) verabschiedet. Dieser führe zu einer weiteren Vertreibung des Gewerbes aus der Stadt, befürchtet der Gewerbeverband Basel-Stadt. Zusammen mit den Parteien FDP und SVP sowie diversen Branchenverbänden ergreift er das Referendum gegen diesen Beschluss.

Die baselstädtischen Flächen in der Gewerbe- und Industriezone (Zone 7) nehmen kontinuierlich ab und machen gerade noch gut drei Prozent der Kantonsfläche aus. Von den wenigen Wirtschaftsarealen eignet sich der Lysbüchel am besten für emissionsstarkes Gewerbe und Industriebetriebe. Mit dem heutigen Ja zum Ratschlag Volta-Nord hat der Grosse Rat entschieden, dass mitten in diese bestehende Gewerbe- und Industriefläche eine Wohnnutzung gebaut werden soll.

«Dass die Mehrheit des Parlaments diese Fehlplanung der SBB-Immobilien und des Kantons Basel-Stadt unterstützt, ist enttäuschend», sagt Gewerbedirektor Gabriel Barell. Auch ein Kompromissvorschlag fand keine Mehrheit. Durch die mangelhafte Trennung von Wohnen und emissionsstarkem Gewerbe seien Nutzungskonflikte vorprogrammiert. «Dies führt einerseits zur weiteren Vertreibung der Unternehmen vom Lysbüchel, andererseits sind dadurch auch Firmen der angrenzenden Areale bedroht.»

Anstatt die beste Wirtschaftsfläche des Kantons zu zerstören, solle das Potential für mehr Wohnraum an anderen Standorten konsequent und rasch umgesetzt werden. Als Beispiele nennt Barell das Klybeckareal, den Dreispitz-Nord, das Rosentalareal sowie die innere Verdichtung und eine Neuauflage der Stadtrandentwicklung Ost. Mitten im Lysbüchel − neben Kehrrichtverbrennungsanlage, Chemiefirma und Lastwagenverkehr – sei nicht der richtige Ort für eine Wohnnutzung.

Verdrängung von Arbeitsplätzen befürchtet

«Eine attraktive Stadt braucht Platz und Entwicklungspotenzial für emissionsstärkeres Gewerbe und Dienstleistungsbetriebe», sagt Gewerbedirektor Gabriel Barell. Von den Arbeitsplätzen, den nahen Servicedienstleistungen, den kurzen Wegen und den Steuereinnahmen profitierten die Bevölkerung und die Umwelt. «Der heutige Entscheid des Parlaments ist aber letztendlich ein Entscheid für die Verdrängung der Unternehmen aus der Stadt», erklärt Barell.

«Der Entscheid, ob wir eine lebendige Stadt mit nahen Dienstleistungen wollen, ist elementar», so Barell. Deshalb müsse die Bevölkerung die Möglichkeit erhalten, über die Zukunft des Lysbüchels zu entscheiden. Der Gewerbeverband Basel-Stadt ergreift deshalb das Referendum gegen den Grossratsbeschluss. Die Parteien FDP und SVP sowie diverse Branchenverbände haben ihre Unterstützung bereits zugesagt.


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