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28.04.2016

Lysbüchel-Areal: Verdichten statt verdrängen

Der Werkgürtel könnte auch eine Zone für Nachtleben enthalten

Grosse zusammenhängende Wirtschaftsareale wie das Lysbüchel sind extrem rar. Deshalb muss dieses Areal als Wirtschaftsgebiet erhalten bleiben. Das heisst aber keineswegs, dass alles so bleiben soll, wie es ist.

Unter dem Titel "Verdichten statt verdrängen" präsentierten der Gewerbeverband Basel-Stadt und die Handelskammer beider Basel ihre Vision, wie das Lysbüchel-Areal als Wirtschaftsgebiet in die Zukunft geführt werden kann. Eine Durchmischung von Wohnen und Gewerbe ist hier fehl am Platz.

Das Lysbüchel-Areal liegt mitten in einem Werkgürtel, der sich vom Schlachthof zum Novartis-Campus bis über den Rhein erstreckt. Als Standort für Unternehmen ist das Lysbüchel-Areal äusserst attraktiv – und dies soll auch so bleiben. Das forderten der Gewerbeverband Basel-Stadt und die Handelskammer beider Basel an einem Medienrundgang.

"Mit den präsentierten Visualisierungen zeigen wir auf, wie sich die Wirtschaft eine Entwicklung auf dem Areal vorstellt", erklärt Gabriel Barell, Direktor Gewerbeverband Basel-Stadt. Und weiter: "Die Pläne des Kantons und der SBB, neue Wohnnutzungen ins Lysbüchel-Areal zu pflanzen, lehnen wir klar ab."

Diese hätten in diesem Werkgürtel die Wirkung eines Spaltpilzes und mittelfristig die Verdrängung der Unternehmen zur Folge. Die Visualisierungen zeigen Potenzial für grosse Gewerbehäuser, welche die ansässigen Betriebe, aber auch neue Firmen beherbergen können. Zudem wäre eine kulturelle Nutzung – beispielsweise Clubs oder Bars –an dieser Lage durchaus denkbar.

Martin Dätwyler, stellvertretender Direktor der Handelskammer beider Basel, betont: "Das Lysbüchel ist für Mischnutzungen mit Wohnen ungeeignet; es ist und bleibt ein Gewerbe- und Industriegebiet der Zone 7 und dafür setzen wir uns ein."

Wirtschaftsflächen werden in der Stadt je länger je mehr zu einem knappen Gut. Zu lange schon lag der Fokus auf dem Erschaffen von neuem Wohnraum, oft zulasten der Wirtschaftsflächen, welche den Umnutzungsdruck am meisten zu spüren bekamen.

Gebiet mit grossem Potential

Weiter präsentierte Olivier Sangalli, ehemaliger Student der FHNW, die Ergebnisse einer Bachelorarbeit, die er mit Simon Horni verfasste. "Es besteht grosses Potenzial für eine weitere Verdichtung: Das Areal bietet Platz für neue Werkhallen mit ebenerdigen Zugängen." Sangalli betont: "Das Lysbüchel braucht eine Restrukturierung und eine klare Vision, um sich weiterzuentwickeln und für Unternehmen einen sicheren Standort darzustellen."

Die grünliberale Grossrätin Martina Bernasconi wies auf die Wichtigkeit der KMU-Wirtschaft für die Standortattraktivität hin. "Nicht zuletzt ist es auch aus ökologischer Sicht wichtig, die Anfahrtswege für das Gewerbe möglichst kurz zu halten, weswegen solche Standorte unbedingt zu erhalten sind."


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