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Wirteverband Basel-Stadt

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30.08.2019

Grosser Appetit statt kleinem Hunger

Snacks übernehmen immer öfter die Hauptrolle

Snacks ersetzen immer öfters eine Hauptmahlzeit. Das klassische Drei-Mahlzeiten-Schema zerfällt. Die Mehrheit der Konsumenten bevorzugen fleischhaltige Snacks, wobei sich die Vorlieben von Frauen und Männern unterscheiden. Stimmt die Qualität, steht der Preis weniger im Vordergrund als vermutet.

Der kürzlich erschienene «Snack-Barometer 2019» nimmt das Konsumverhalten der Deutschen unter die Lupe. Die Studie basiert auf einer repräsentativen Online-Befragung von 1200 Männern und Frauen zwischen 14 und 65 Jahren.

Die Verbraucher «snacken» gern: 65 Prozent kaufen sich mindestens einmal pro Woche, 13 Prozent sogar täglich einen Snack. Für einen Drittel der Befragten ist der Snack mittlerweile mehr als die Antwort auf den kleinen Hunger zwischendurch, er übernimmt immer mehr die Rolle eines Mahlzeitenersatzes.

Ketten wie McDonald's, Nordsee, KFC oder Burger King sind nach wie vor die beliebtesten Snackanbieter, gefolgt vom Bäcker und dem Imbiss mit ethnischer Ausrichtung. Metzger hingegen rangieren am hinteren Ende der Beliebtheitsskala.

«Der Lebensmitteleinzelhandel hat das Thema längst entdeckt und profitiert immens von sogenannten Heissen Theken und Sushi-Angeboten», erklärt Bernd Biehl, Mitglied der Chefredaktion der Lebensmittel-Zeitung.

Der «Snack-Barometer» kommt zum Ergebnis, dass die Mehrheit der Deutschen weder konsequent vegan noch vegetarisch konsumiert und sich auch nicht gezielt für die Kategorie der «Flexitarier» entschieden hat, sondern ohne bewusste Einschränkungen geniesst, was schmeckt. Frauen sind bei einer appetitlichen Präsentation eher bereit, etwas Neues auszuprobieren.

Wer einen Snack gekauft hat, isst ihn selten im Geschäft. Daher sollte ein Snack prinzipiell mitnahmetauglich sein. Vor allem die unter 30-Jährigen nehmen «to go» wörtlich und essen die Produkte vom Bäcker häufig im Gehen, was einen Verzehr ohne Tropfen und Kleckern voraussetzt. Die Snacks vom Metzger essen Verbraucher bevorzugt zu Hause.

Auf den ersten Plätzen bei den Bäckersnacks rangieren weiterhin die Klassiker: Süsses steht an erster Stelle, gefolgt von belegten Brötchen und Laugengebäck. Vor allem Frauen haben eine Vorliebe für Fein- und Laugengebäck. Beim Metzger greifen Männer wie Frauen vor allem zum Leberkäse, mit oder ohne Brötchen, Frikadellen, heisser Wurst und Schnitzel.

Frühstück, Mittag, Abendbrot – so klassisch und klar strukturiert sind die Mahlzeiten heute nur noch selten. Es gibt mehr Singlehaushalte, die Menschen sind mobiler und essen öfter am Arbeitsplatz. Kinder sind über Mittag in der Kita oder im Hort. So kommt es, dass der kleine oder grosse Snack immer öfter eine ganze Mahlzeit ersetzt.

«Hier schlummert Potenzial. Denn der Zerfall des klassischen Mahlzeitenmusters läuft parallel zur Rückbesinnung auf Qualität und Heimat. Ein ehrliches Produkt mit guten Zutaten aus der Region darf dann auch mal mehr kosten», so Sandra Sieler, stellvertretende Chefredakteurin der Allgemeinen Fleischer-Zeitung.

Ihr Kollege Arnulf Ramcke, Chefredakteur der dfv-Backmedien, ergänzt: «Snacker sind eine multiple Spezies. Sie mögen Überraschungen, die nicht zu sehr überraschen, sind preisbewusst, ohne auf den Cent zu achten, gehen bei aller Standortreue auch mal fremd. Aber es gibt eine Kernaussage der Kunden: Gebt uns frische Vielfalt mit 'eingebauter Gesundheit', und wir sehen uns wieder».

Nur wenige Verbraucher wählen das günstigste Angebot. Snack-Konsumenten sind dann bereit, mehr zu bezahlen, wenn die richtigen Kriterien erfüllt sind: Das sind ein ausgefallenes Angebot, die Verwendung regionaler Rohstoffe und solcher mit Bio-Label.

Burgers sind auch als Zwischendurch-Verpflegung sehr beliebt.



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