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Wirteverband Basel-Stadt

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21.02.2021

Risiko für Allergiker?

Insekten in der Ernährung

Wie hoch ist das Risiko für Allergiker, wenn sie ganze oder weiterverarbeitete Insekten essen? Und wie kann das eigentlich getestet werden? Mit diesen Fragen beschäftigt sich ein aktuelles Forschungsprojekt an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen, das vom Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin koordiniert wird.

Während Insekten in einigen Ländern Asiens, Afrikas und Lateinamerikas zur üblichen Ernährung gehören, stehen die Europäer den Krabbeltieren noch skeptisch gegenüber. Im Allgemeinen gelten Insekten als ernährungsphysiologisch günstige Nahrungsquelle. Über das allergene Potenzial ist allerdings noch wenig bekannt. Vor allem Menschen, die gegen Schalentiere oder Hausstaubmilben allergisch sind, könnten auch auf das Insektenprotein reagieren.

Bisher liegen nur wenige Daten zum Mehlwurm vor, der kurz vor der Zulassung durch die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) steht. Weitere Insekten wie Wanderheuschrecke, zwei Grillenarten, die Soldatenfliege und der Buffalowurm sollen ebenfalls auf ihr allergenes Potenzial untersucht werden. Für sie liegen Anträge auf Zulassung als Lebensmittel vor oder sind geplant.

Zum Forschungsprojekt gehört die Weiterentwicklung eines Diagnoseverfahrens als schneller und kostengünstiger Allergietest. Bisher werden bei Allergietests die Haut eingeritzt und eine allergenhaltige Lösung aufgetragen (Pricktest) oder unter klinischer Beobachtung bestimme Nahrungsmittel eingenommen.

«Viel einfacher wäre es, dem Patienten Blut abzunehmen, die darin enthaltenen Immunzellen zu isolieren und den Allergietest im Labor durchzuführen, ohne den Patienten dem Risiko einer vielleicht sogar schweren allergischen Reaktion auszusetzen», erklärt Professor Dr. Dieter Stoll von der Hochschule Albstadt-Sigmaringen.

Nun soll ein Vollbluttest, der bislang zur Prüfung von Medikamenten eingesetzt wird, auch zur Allergiediagnostik genutzt werden. Mit diesem Verfahren könnte in wenigen Minuten gemessen werden, gegen welche Proteine ein Allergiker Antikörper im Blut hat.

«Das könnte helfen, die Lebensmittel so zu bearbeiten, dass die Allergene dem Menschen nichts mehr anhaben können», so Stoll. Zunächst sollen Versuche mit einem sehr starken Allergen aus der Erdnuss zeigen, ob die Methode tatsächlich für Allergietests geeignet ist. Anschliessend wird das Verfahren auf Insektenproteine übertragen.

Heike Kreutz / bzfe.de


 

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