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Wirteverband Basel-Stadt

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17.08.2009

Bustourismus wird unterschätzt

Angespannte Ertragslage, aber intakte Zukunftsaussichten

Busreisen sind ein wichtiger Faktor der Tourismuswirtschaft. Allein in Deutschland sind pro Jahr rund 120 Millionen Passagiere mit dem Reisebus unterwegs. Etwa zehn Prozent der 6.2 Millionen Urlaubsreisen mit einer Dauer von mindestens fünf Tagen finden im Bus statt. Hinzu kommen 13.8 Millionen Kurzreisen sowie hundert Millionen Tagesfahrten.

In Deutschland gibt es rund 5500 Busunternehmen. Von diesen engagieren sich rund vier Fünftel im Gelegenheitsverkehr. Etwa tausend Busunternehmen treten als Reiseveranstalter mit eigenem Katalog auf. In Deutschland sind etwa 20'000 Reisebusse unterwegs.

In den letzten drei Jahren sind rund zwei Drittel aller Deutschen mindestens einmal in einem Reisebus unterwegs gewesen. Busreisen werden meistens direkt vom Anbieter gebucht. Das Internet wird verstärkt als Entscheidungshilfe herangezogen und spielt eine nicht unbedeutende Rolle, denn auch ältere Menschen gewöhnen sich immer mehr an den Umgang mit diesem Medium.

Preiswürdig, sicher und umweltfreundlich

Die Stärken der Busreisen liegen beim guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Sicherheit, die "Stressfreiheit", die Pünktlichkeit und die Organisation werden von den Reisenden ebenfalls als gut bewertet. Selbst punkto Umweltfreundlichkeit schneiden Busse gut ab. Eine Studie von Trommsdorff & Drüner im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer ergab, dass Verbesserungspotentiale vor allem bei der Verpflegung und der Unterhaltung bestehen. Negativ wahrgenommen werden auch die langen Anreisezeiten zum Urlaubsziel. In der Branche diskutiert man deshalb eine vermehrte Kombination von Flugzeug und Bus.

Carreisen geniessen bei einem Teil der Bevölkerung nicht gerade das beste Image. Sie werden als niveaulose Billigreisen wahrgenommen und als gesellige Klassen- oder Seniorenfahrten abgestempelt. Immer wieder hört man Beurteilungen wie "unbequem" oder "langweilig". In Tat und Wahrheit ist der Komfort erstaunlich. Und die Inhalte von Busreisen sind heute sehr vielfältig.

Nicht nur Kaffeefahrten für Senioren

Neben Städtereisen und Ferienzielreisen werden auch Rundreisen, Kultur- und Studienreisen stark nachgefragt. Ein kleineres Marktsegment sind Shoppingreisen. Damit sind nicht nur klassische Kaffeefahrten, sondern beispielsweise auch Reisen zu Factory-Outlet-Stores gemeint. Themenbezogene Reisen, zum Beispiel Fitnessfahrten für Sportbegeisterte oder Gourmetfahrten für Geniesser, sind ebenfalls im Kommen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis wird auch von Personen, die Busse selten oder nie benutzen, als gut angesehen. Die Ansprüche der Reisenden an Ausstattung und Komfort steigen dennoch stetig. Bequeme Sitze mit ausreichend Abstand, Klapptische, Fussstützen, sanitäre Einrichtungen und Klimaanlage werden heute vorausgesetzt. Selbst Videofilme, individuelle Musik, Zeitschriften, Kissen und Decken sind auf langen Reisen schon beinahe selbstverständlich. Allerdings ist die Bereitschaft, für solche Extra-Dienstleistungen zu bezahlen, gering.

Auch wenn das Bild von den "Rentnerfahrten" der Bustouristik nicht gerecht werden, so sind doch aktive Menschen über 50 (oft alleinstehend und mit mittlerem Einkommen) die Hauptzielgruppe. Sehr junge Leute reisen ebenfalls oft mit dem Bus. Die dazwischen liegenden Altersgruppen bevorzugen das Flugzeug oder ihr eigenes Auto. Familien mit Kindern reisen selten mit dem Bus.

Leider fehlen bisher genaue Zahlen, welche Wertschöpfung diese Reisenden in der Hotellerie, im Einzelhandel oder in Kultur- und Freizeiteinrichtungen generieren und wie viele Arbeitsplätze auch indirekt vom Bustourismus abhängen. Dieser Mangel an Fakten soll demnächst durch eine Grundlagenstudie des Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für Fremdenverkehr (dwif) geschlossen werden.

Die Ertragslage der Busunternehmen ist kritisch. Zum einen geht die Nachfrage wegen der starken Konkurrenz von Billigfluglinien und Bahn zurück, zum anderen leidet die Branche unter den steigenden Dieselpreisen und Steuerbelastungen.

Trend zu Kurzreisen

Immerhin sind die Zukunftsaussichten intakt. Die Tendenz zu kürzeren und erdgebundenen Reisen spricht für den Bustourismus. Die Carunternehmer können vergleichsweise flexibel auf neue Kundenbedürfnisse reagieren. Eine Chance ergibt sich auch aus der Überalterung der Gesellschaft. Senioren schätzen die Bequemlichkeit und das Gruppenerlebnis gegen die Einsamkeit. Zudem haben sie ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis.

Dennoch werden die Busunternehmen nicht darum herum kommen, neue Zielgruppen zu erschliessen. Experten reden davon, dass die Angebote "individueller" und "modulorientierter" werden müssen. Reisebusse dürften künftig vermehrt beim Zweit- oder Dritturlaub zum Einsatz kommen.


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