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28.02.2010

Mister St. Moritz sieht sich "schäbig abserviert"

Ex-Kurdirektor übt massive Kritik an neuer Tourismusorganisation

Hanspeter Danuser ist 30 Jahre lang bis 2008 schillernder Kurdirektor von St. Moritz gewesen. Jetzt lässt man sein letztes Mandat auslaufen. "Mister St. Moritz" fühlt sich "schäbig abserviert". An der neuen Markenstrategie der Region lässt er nichts Gutes.

sda. Hanspeter Danuser versteht die Welt nicht mehr. "Ich weiss nicht, warum ich plötzlich in Ungnade gefallen bin", sagt er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA. Als alphornblasender, jovialer Kurdirektor machte Danuser St. Moritz zum weltweit bekanntesten Schweizer Ferienort und erlangte auch selber einige Bekanntheit, weit über die Tourismusbranche hinaus.

Kürzlich hat der 62-Jährige erfahren, dass sein bis Ende April 2010 befristetes Mandat als Markenbotschafter des Nobelkurortes und des Engadins nicht verlängert wird. Das habe ihn sehr getroffen. "Ich bin sehr enttäuscht", gibt Danuser zu. Sein einnehmendes Lächeln begann aber schon 2007 einzufrieren.

Erfolglos um neue Direktorenstelle beworben

Damals bewarb er sich um die Direktorenstelle der neugegründeten Tourismusorganisation Engadin St. Moritz – und ging leer aus. Man habe jemand gesucht, dessen Kernkompetenz der Aufbau einer neuen Unternehmung sei und nicht, wie bei Danuser, das Marketing, sagte der Präsident des Kurvereins St. Moritz, Richard Dillier, auf Anfrage.

Direktorin wurde die damals 46-jährige Touristikerin und Leiterin der Kommunikation und des Marketings von Schweizer Radio DRS, Ariane Ehrat. Da die neue Organisation die meisten Aufgaben der örtlichen Kurvereine im Oberengadin übernahm, löste sich auch Danusers Posten als St. Moritzer Kurdirektor in der neuen Destinationsluft auf.

Aderlass beim Know-how

Schon damals machte "Mister St. Moritz" aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis. Jetzt aber ist das Fass für ihn übergelaufen: Er und einige seiner Top-Leute seien "oberschäbig abserviert" worden. Das mache auch aus professioneller Sicht keinen Sinn. Der Aderlass beim Know-how und im Kontaktnetzwerk, der im Oberengadin in den letzten zwei Jahren stattgefunden habe, sei wahnsinnig.

Tourismusdirektorin Ehrat will die Vorwürfe so nicht stehen lassen. Eine Verlängerung von Danusers Mandat sei nie vorgesehen gewesen. Das Übergangsmandat habe man nur für die Zeit der Erarbeitung einer gemeinsamen Markenstrategie von Engadin St. Moritz geplant. Jetzt setzte man die neue Strategie um.

Dilettantische Markenstrategie

Mit möglichst vielen Markenbotschaftern, auch aus der Bevölkerung, wolle man von innen nach aussen wachsen, sagt Ehrat und betont: "Wir wünschen uns Hanspeter Danuser als einen der Markenbotschafter sehr. Er wäre für uns ausserordentlich wertvoll, wenn er hinter der neuen Strategie stehen kann."

Das kann der international beachtete Marketingprofi aber ganz und gar nicht. Die Strategie sei absolut dilettantisch. "Es tut mir einfach weh, wie der Marke St. Moritz geschadet wird", sagt der ehemalige Kurdirektor. Seit drei Jahren sei St. Moritz im Markt praktisch nicht präsent. Schuld sei der Vorstand, und Direktorin Ehrat müsse die Suppe nun auslöffeln.

Autorin: Jara Uhricek / SDA


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