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14.11.2010

Italiens antikes Erbe zerfällt

Unterhalt wird stark vernachlässigt

Italiens antikes Erbe ist umfangreich, sein Unterhalt aber wird vernachlässigt. Es ist erstaunlich, dass nicht mehr der alten Bauwerke das Schicksal einer Gladiatorenschule in Pompeji teilen, die in der vergangenen Woche einstürzte.

sda. Das mit Fresken geschmückte Haus überstand den Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79, nicht jedoch den Mangel an Instandhaltung. "Diese Ruinen werden nicht systematisch gepflegt", sagt Andrea Carandini, Vorsitzende einer Expertenkommission im Kultusministerium. "Deshalb ist das eigentliche Wunder, dass nur so wenige von ihnen einstürzen."

Diesen Frühling gab ein grosses Segment in Kaiser Neros Palast Domus Aurea (Goldenes Haus) in Rom nach. Grosse Teile des Putzes brachen ab und stürzten in einen bei Besuchern beliebten Garten. Vor drei Jahren brach nach tagelangen Regengüssen ein sechs Meter breiter Abschnitt der nach ihrem Erbauer Kaiser Aurelius benannten Mauer aus dem dritten Jahrhundert in sich zusammen.

Das Kolosseum hat Erdbeben, Blitzeinschläge und Plünderungen überstanden und versetzt noch heute Architekten und Ingenieure in Erstaunen. Doch allmählich fordern die Luftverschmutzung, die von der U-Bahn erzeugten Erschütterungen und jahrhundertelange schlechte Entwässerung ihren Tribut.

Grosse Teile des Palatin sind schon gesperrt

Ganz oben auf der Liste der bedrohten Kulturschätze haben Experten aber den Palatin. Seit Jahren warnen sie davor, dass die einstigen Paläste dort vom Einsturz bedroht sind. Grosse Teile des Hügels sind aus Sicherheitsgründen bereits für Touristen gesperrt.

"Wir sind es müde, ständig Kommentare zu eingestürzten antiken Bauwerken und anderen Schäden an unserem archäologischen Erbe in unserem Land abgeben zu müssen", erklärte Giorgia Leoni, Präsidentin der Archäologischen Gesellschaft nach dem Kollaps der Gladiatorenschule.

In einem Gespräch mit einem italienischen Radiosender warnte Carandini: Sollte Pompeji von einem Erdbeben erschüttert werden, "wären wir nicht in der Lage eine Restaurierung durchzuführen", weil niemals eine Reliefkarte der Ruinen angefertigt worden sei. Pompeji liegt in einer der am stärksten erdbebengefährdeten Gegenden Italiens.

Italien knausert, Griechenland kleckert

Das Budget des italienischen Kultusministeriums, das unter anderem für den Erhalt der antiken Stätten zuständig ist, beläuft sich gerade einmal auf 0.18 Prozent der Staatsausgaben. Zum Vergleich: In Frankreich sind es ein Prozent.

Dabei kann kein Land der Welt mehr antike Ruinen, Kirchen, Klöster und andere künstlerische und architektonische Kostbarkeiten sein Eigen nennen als Italien. Nicht zuletzt aufgrund dieses Erbes ist der Tourismus einer der wichtigsten Wirtschaftszweige des Landes.

Wie man es besser machen kann, zeigt ausgerechnet das vom Staatsbankrott bedrohte Griechenland. Die griechischen Monumente haben in den vergangenen Jahrzehnten von einem ausreichend finanzierten Restaurationsprogramm profitiert.

Die Einstürze in Pompeji hätten mit relativ einfachen Mitteln verhindert werden können. So hätte es schon viel geholfen, wenn Hohlräume im Gemäuer aufgefüllt oder ein Schutzdach über dem Gebäude errichtet worden wären. "Viele der Eingriffe sind nicht teuer", sagt Giorgio Croci, einer der bekanntesten Experten für Strukturprobleme historischer Bauten.

Autor: Frances D'Emilio / DAPD


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