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09.10.2012

Coop und Migros fordern bessere Rahmenbedingungen

Grossverteiler gehen in die Offensive

Marketing- und PR-Aktivitäten von Coop und Migros lassen vermuten, dass die Grossverteiler ihre politischen Aktivitäten für bessere Rahmenbedingungen ausbauen werden. Im Fokus stehen dabei die Agrarpolitik, das Kartellrecht und die Ladenöffnungszeiten. Vielleicht bereiten die Branchenriesen die Öffentlichkeit aber auch einfach auf bevorstehende Entlassungen vor. Coop dementiert solche Pläne.

Herr und Frau Schweizer kaufen immer öfters im Ausland ein. Schon letztes Jahr schätzte die Credit Suisse den Einkaufstourismus auf fünf Milliarden Franken. Eine Hochrechnung der IG Detailhandel für das laufende Jahr geht von bis zu acht Milliarden Franken aus. Das sind fast drei Jahresumsätze von Denner! Gestützt werden die neuesten Schätzungen durch Zahlen des deutschen Zolls, der im ersten Halbjahr 2012 dreissig bis vierzig Prozent mehr Ausfuhrbescheinigungen abgestempelt hat.

Die Hochrechnung zum Einkaufstourismus sei allerdings mit Vorsicht zu geniessen, sagte Martin Schläpfer, Leiter Wirtschaftspolitik beim Migros-Genossenschaftsbund und Vorsteher der Arbeitsgruppe Binnenmarkt bei der IG Detailhandel. "Wir wollen es jetzt ganz genau wissen", liess sich Schläpfer in der Basler Zeitung zitieren. Die IG Detailhandel habe beim Marktforschungsinstitut GFK eine Studie in Auftrag gegeben, von welcher sie sich detaillierte Angaben über verschiedene Sparten erhoffe.

Seltsam mutet an, dass Coop und Migros nicht schon lange über den genauen Umfang des Einkaufstourismus im Bild sind. Die Umsatzrückgänge in grenznahen Filialen lassen sicher Schlüsse zu. Zudem betreibt Migros auch Läden in Deutschland und Frankreich, während Coop über TransGourmet und die Beschaffungsallianz Coopernic Zugang zu internationalen Daten hat.

Die Resultate der GFK-Studie werden höchstwahrscheinlich bestätigen, was Migros und Coop schon lange wissen. Es drängt sich deshalb die Frage auf, was die Grossverteiler im Schilde führen. Laut Schläpfer sollen die Zahlen Grundlagen für den politischen Kampf bieten.

Öffnungszeiten, Agrarfreihandel, Kartellrecht

Während in Deutschland immer mehr Supermärkte bis 22 Uhr oder gar Mitternacht geöffnet haben, erleiden entsprechende Bemühungen in der Schweiz immer wieder Rückschläge. Als weitere Beispiele nannte Schläpfer den Agrarfreihandel und das Kartellgesetz. Während der Wunsch nach einem offenen Agrarmarkt bekannt ist, überrascht der Einsatz der Grossverteiler für ein schärferes Kartellgesetz.

Noch im November 2010 bezeichnete die "Swiss Retail Federation" eine geplante Kartellrechts-Revision als "unnötig und verfrüht". Und die Branchenorganisation "VSIG Handel Schweiz" lobte noch am 23. August 2012 das bestehende schweizerische Wettbewerbsrecht. Die Motion Birrer-Heimo, welche Massnahmen gegen unzulässige Preisdifferenzierungen fordert, bezeichnete die Organisation gar als "überflüssig und schädlich".

Deshalb überraschen die neuen Töne. Vielleicht bereiten die Branchenriesen die Öffentlichkeit aber auch einfach auf Massenentlassungen vor. Pro Arbeitsstelle rechnet man im Detailhandel mit 300'000 Franken Umsatz. Durch den Einkaufstourismus sind deshalb 15'000 bis 25'000 Jobs gefährdet. Das bestätigt Bruno Frick, Präsident der Swiss Retail Federation. "Das Ganze wird langsam dramatisch", sagte er der Basler Zeitung.

Sabine Vulic, Mediensprecherin von Coop, dementiert Pläne für einen Personalabbau. Auf Gruppen-Ebene habe der Konzern eine stabile Entwicklung. "In der Schweiz ist es aufgrund des Margendrucks und des Einkaufstourismus im Moment jedoch zugegebenermassen schwierig, die Beschäftigung zu halten", so Vulic. Vieles hänge, wie alle Jahre, vom Weihnachtsgeschäft ab.

Mehr Parallelimporte?

Derweil arbeitet Coop offenbar an Möglichkeiten, vermehrt parallel zu importieren. Der Detailhändler deklariert seit kurzem am Regal, wenn ein Produkt parallel importiert wurde. Gleichzeitig gibt er an, was das Produkt zum offiziellen Schweizer Preis kosten würde. "Das ist für uns eine wichtige taktische Massnahme gegenüber den internationalen Markenartikellieferanten", sagte Coop-Sprecherin Denise Stadler dem Online-Portal von 20 Minuten.

Allerdings steht das Parallelimport-Schild erst bei fünf Artikeln. Das nährt Zweifel, ob wirklich mit voller Kraft an Parallelimporten gearbeitet wird oder ob es – wie bei den Auslistungen von Markenartikeln im letzten Jahr – eher um eine Marketingaktion geht. Im Gegensatz zu Migros, die nur selten über inoffizielle Kanäle geht, versucht Coop aber immerhin, die Markenartikelhersteller mit Direktimporten unter Druck zu setzen.


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