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Wirteverband Basel-Stadt

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15.05.2013

Gastfreundschaft braucht Freiräume

Delegiertenversammlung 2013 von GastroSuisse in Walzenhausen

Das Appenzellerland wurde am 14. Mai 2013 zum Gastro-Land: gegen 240 Delegierte
und zahlreiche Gäste aus Politik und Wirtschaft reisten zur 122. ordentlichen
Delegiertenversammlung von GastroSuisse in Walzenhausen und Umgebung an.
Die Wettbewerbsfähigkeit und der Kampf für bessere Rahmenbedingungen standen im Zentrum der Versammlung. Zudem wurde die Jahresrechnung 2012 verabschiedet und der Mitgliederbeitrag 2014 festgelegt.


Das Gastgewerbe hatte auch 2012 eine Durststrecke zu überdauern. Weniger Logiernächte
und geringere Ausgaben für den Ausser-Haus-Konsum führten zu Umsatzeinbussen. "Doch
es geht aufwärts", stellte GastroSuisse-Präsident Klaus Künzli mit Genugtuung fest. Die
Branche ist bereit für den Aufschwung und auch der Verband ist gut aufgestellt. Die revidierten Statuten seien eine solide Grundlage. Mit der Aufnahme einer neuen Fachgruppe, nämlich der Schweizer Bar- und Club-Kommission, erschliesst sich der grösste gastgewerbliche Verband ein wertvolles Wachstumspotenzial.

Die Branche gibt täglich ihr Bestes und engagiert sich auf verschiedenen Ebenen. Ein gutes
Beispiel ist die neue Leitlinie "Gute Verfahrenspraxis im Gastgewerbe", welche von den
Branchenverbänden und Praktikern gemeinsam erarbeitet wurde. Sie ist der Massstab, den
sich die Branche selbst setzt und stellt ein klares Bekenntnis zu Qualität und Sicherheit dar.

Ein leuchtender Stern am Branchenhimmel ist die Schweizer Hotelklassifikation GastroSuisse. Innerhalb von zwei Jahren seit Markteinführung wurde mit über 550 klassifizierten Betrieben ein Marktanteil von rund 25 Prozent aller klassifizierten Hotels in der Schweiz erreicht. Viele der klassifizierten Hotels haben umfangreiche Investitionen getätigt, um die gewünschte Kategorie zu erreichen und damit einen wichtigen Beitrag geleistet, um die Qualität der Schweizer Hotellerie zu steigern und ihre Attraktivität für die Gäste zu erhalten.

Eine Erfolgsgeschichte ist der Kampf von GastroSuisse gegen höhere Urheberrechtsgebühren für die Branche. Immer wieder versuchen die Verwertungsgesellschaften, zusätzliche Gebühren einzutreiben. "Doch wir sind keine Kuh, die man ewig melken kann", hielt Klaus Künzli dezidiert fest.

Auf der politischen Ebene steht die Mehrwertsteuer im Zentrum; ein politischer Dauerbrenner, der in eine entscheidende Runde geht. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben einen unmittelbaren Einfluss auf die Attraktivität und den Erfolg des Gastgewerbes.

Erfolgreich sind gastgewerbliche Betriebe dann, wenn die Gäste nicht nur die Professionalität, sondern vor allem das Herz des Gastgebers spüren. "Wird die Passion für den Beruf durch überbordende Bürokratie zerstört, drohen Frustration, Kapitulation oder gar Aufgabe", schloss Künzli. Für eine positive Entfaltung brauche
das Gastgewerbe Freiräume.

Zwischen Steak und Stake

Über das Gastgewerbe im Spannungsfeld zwischen Lust und Last referierte Alt-Bundesrat
Hans-Rudolf Merz. Unter dem Stichwort "Steak", eben dem Genuss auf dem Teller, lobte er
sehr anschaulich die Vielfalt und die Qualitäten des Schweizer Gastgewerbes, wobei er auch
die gesellschaftlich wichtige Rolle der Branche stark unterstrich.

Unter dem Stichwort "Stake", sinnbildlich für die Last, warf er einen nicht unkritischen Blick auf die unzähligen Stakeholder resp. Anspruchsgruppen der Branche: angefangen bei der Steuer- über die
Gesundheits- und die Baubehörden bis hin zu den Banken und Zulieferern und vielen
anderen mehr.

Nicht fehlen durfte abschliessend der legendäre "Bündnerfleischfall", der – so Hans-Rudolf Merz - eigentlich einen sehr ernsten Hintergrund habe und leider nur allzu beispielhaft die drohende Überregulierung aufzeige. Mit seiner Rede, die gespickt war mit einem gehörigen Schuss Appenzeller Witz, sprach er den Anwesenden aus dem Herzen.

Wem Ehre gebührt

In Walzenhausen würdigten die Delegierten herausragende Persönlichkeiten mit einem
besonderen Leistungsausweis für die Branche. Auf Antrag der Präsidentenkonferenz von
GastroSuisse wurden drei neue Ehrenmitgliedschaften verliehen. Für ihr Schaffen geehrt
wurden Verena Balz, Präsidentin GastroFemme; Christian Kramer, Generaldirektor
Mövenpick Lausanne und seit 2012 Träger des "Worldwide Hospitality Award" sowie Ernst
Schneider, ehemaliger Direktor der Organisation Schweizer Lunch-Check.

GastroSuisse ist der Verband für Hotellerie und Restauration in der Schweiz. Rund 20'000
Mitglieder (rund 3000 Hotels), organisiert in 26 Kantonalverbänden und fünf Fachgruppen,
gehören dem grössten gastgewerblichen Arbeitgeberverband an. Das Schweizer
Gastgewerbe, Hotellerie und Restauration, ist mit über 200'000 Beschäftigten und fast
27'000 Betrieben ein zentraler Wirtschaftsfaktor.

Dossier: Verband
Permanenter Link: https://www.baizer.ch/aktuell?rID=4120


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