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Wirteverband Basel-Stadt

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19.02.2014

Kurorte im Minus, Städte im Plus

Uneinheitliche Tourismusentwicklung in Baden-Württemberg

Der Tourismus in Baden-Württemberg bestätigte 2013 das Spitzenergebnis des Vorjahres. Der Zuwachs bei den Auslandsgästen glich den Rückgang bei den Inländern mehr als aus. Allerdings entwickelten sich die verschiedenen Regionen sehr unterschiedlich.

Obwohl die Ergebnisse aus dem Jahr 2012 im Verlauf des vergangenen Jahres lange unerreichbar schienen, wurden sie durch eine positive Entwicklung im zweiten Halbjahr 2013 doch noch knapp übertroffen.

Durch einen Zuwachs um 84'000 oder 0.5 Prozent erhöhte sich nach Feststellung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg die Anzahl der Gästeankünfte in Beherbergungsbetrieben mit zehn und mehr Betten im Jahr 2013 auf bisher nicht erreichte 18.7  Millionen. Die Übernachtungszahl nahm ebenfalls um 84'000 auf 47.8 Millionen. zu, was einem Anstieg um 0.2 Prozent entspricht.

Wie in den drei vorhergehenden Jahren gingen auch 2013 die positiven Impulse von den Auslandsgästen aus. So stiegen im vergangenen Jahr 4.2 Millionen Gäste mit ausländischem Wohnsitz in einer baden-württembergischen Unterkunft ab, 3.5 Prozent bzw. 143'000 mehr als 2012. Die Übernachtungen der Auslandsgäste legten gegenüber 2012 sogar noch etwas stärker um 5 Prozent oder 471'000 zu, wodurch mit 9.9 Millionen die Schwelle von zehn Millionen erstmals in Reichweite rückte.

Durch diese Zuwächse bei den Auslandsgästen wurden 2013 die Rückgänge bei den Gästen aus Deutschland mehr als ausgeglichen. So buchten 59'000 oder 0.4 Prozent weniger Inlandsgäste ein Quartier im Land als noch 2012. Mit diesmal knapp 14.5 Millionen blieb die Zahl der inländischen Gäste jedoch auf ähnlichem Niveau wie im Vorjahr. Etwas stärker fiel 2013 der Rückgang bei den Übernachtungen von Gästen aus Deutschland aus, denn diese verminderten sich gegenüber 2012 um 1 Prozent bzw. 387'000 auf 37.9 Millionen.

Gesundheitstourismus und Parahotellerie verzeichnen Rückgänge

Ähnlich wie in den Monaten im Jahresverlauf hielten sich in den verschiedenen Teilsegmenten des Übernachtungstourismus 2013 leichte Rückgänge und leichte Zuwächse etwa die Waage. So verbuchte unter den Betriebsarten einerseits die Hotellerie als Kernbereich der Branche einen Übernachtungszuwachs um 0.7 Prozent.

Dem standen Rückgänge um 0.7 Prozent bei den Vorsorge- und Reha-Kliniken sowie um 0.8 Prozent in der Parahotellerie gegenüber, zu der Einrichtungen wie Ferien- und Erholungsheime, Schulungsheime, Ferienwohnungen, Jugendherbergen oder Campingplätze gezählt werden. Etwas aus diesem Rahmen fielen dabei allerdings die Campingplätze, auf denen mit minus 4.5 Prozent deutlich weniger Übernachtungen gezählt wurden als im Jahr zuvor.

Auch in der Gliederung nach Gemeindegruppen zeigte sich mit einem Übernachtungsrückgang um 4.8 Prozent in den Heilklimatischen Kurorten lediglich bei einem Prädikat eine stärkere Bewegung. Auf diesen Rückgang ist im Wesentlichen zurückzuführen, dass die Heilbäder und die prädikatisierten Gemeinden insgesamt als übergeordnete Kategorien mit einem Minus von 1.5 bzw. 0.9 Prozent abschlossen.

Die "nicht prädikatisierten sonstigen Gemeinden" kamen dagegen auf ein Übernachtungsplus von 1.2 Prozent, wobei innerhalb dieser Gemeindegruppe einmal mehr die Grossstädte ab 100'000 Einwohner mit einem Übernachtungszuwachs um 2.3 Prozent überdurchschnittlich gut abschnitten. Dagegen mussten alle Gemeindegrössenklassen bis zu 20'000 Einwohner 2013 leichte Übernachtungsrückgänge hinnehmen.

In eine sehr ähnliche Richtung zielen die Ergebnisse nach den Raumordnungskategorien des Landesentwicklungsplans von 2002. Auch hier hoben sich mit den Verdichtungsräumen (+1.6 Prozent) und den Verdichtungsbereichen im ländlichen Raum (+0.5 Prozent) eher städtisch geprägte Gebiete positiv von den Randzonen um die Verdichtungsräume (-0.6 Prozent) und vom ländlichen Raum im engeren Sinn (-0.9 Prozent) ab. Damit hielt der seit längerem zu beobachtende Trend zum Städtetourismus auch 2013 an, wenn auch in nicht sehr ausgeprägter Form.

Auch in der regionalen Gliederung nach Reisegebieten waren die Veränderungen 2013 deutlich schwächer ausgeprägt als in den vorhergehenden Jahren. So konnten mit der Region Stuttgart (+2.5 Prozent) und der Schwäbischen Alb (+2 Prozent) lediglich zwei Reiseregionen nennenswertere Übernachtungszuwächse verbuchen.

Der Schwarzwald und das nördliche Baden-Württemberg erreichten dagegen mit minus 0.3 bzw. plus 0.3 Prozent etwa wieder das Übernachtungsniveau des Jahres 2012. Bemerkenswert ist allerdings, dass 2013 die Reiseregion Bodensee-Oberschwaben (minus 1.7 Prozent) sowie insbesondere das darin enthaltene Reisegebiet Bodensee (minus 3.1 Prozent) stärkere Rückgänge zu verkraften hatten, nachdem sie selbst das Krisenjahr 2009 unbeschadet überstanden hatten.

Weil hier regionale oder örtliche Besonderheiten stärker zum Tragen kommen, zeigen sich in der feineren Darstellung nach Stadt- und Landkreisen im Vergleich zu den stärker aggregierten Gliederungen naturgemäss stärkere Veränderungen. So bewegen sich die Veränderungsraten der Übernachtungen im Vorjahresvergleich zwischen dem Zollernalbkreis mit der ungünstigsten (minus 5.6 Prozent) und dem Landkreis Esslingen mit der günstigsten Entwicklung (+9.3 Prozent) in einer beträchtlichen Spanne.

Mit 23 Kreisen gegenüber 21 mit einem Plus wies eine leichte Mehrheit der Stadt- und Landkreise ein negatives Vorzeichen auf. Dafür verzeichneten vier Kreise (Landkreise Esslingen und Tuttlingen und Stadtkreise Heidelberg und Ulm) kräftige Übernachtungszuwächse von 5 und mehr Prozent, während allein der Zollernalbkreis einen Rückgang in dieser Grössenordnung hinnehmen musste.

In der mittelfristigen Betrachtung im Vergleich zu 2008 spiegelt sich dagegen die insgesamt nach dem Krisenjahr 2009 positive Entwicklung auch darin wider, dass lediglich fünf Kreise ein Übernachtungsminus bis zu maximal 9.1 Prozent im Zollernalbkreis aufwiesen.

Eine klare Mehrheit von 39 Kreisen konnte das Übernachtungsergebnis gegenüber 2008 dagegen verbessern. In immerhin sieben Kreisen, darunter vier Stadtkreisen, betrug der Zuwachs mindestens ein Fünftel. Der Stadtkreis Mannheim steigerte sein Übernachtungsergebnis sogar um über ein Drittel von 0.83 auf 1.15 Millionen.


 

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