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Wirteverband Basel-Stadt

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22.07.2014

Coca-Cola macht die Kanäle zu

Importe werden immer schwieriger

Der Import von Coca-Cola wird zunehmend schwieriger. Nachfrager aus der Schweiz werden von ausländischen Abfüllern nicht beliefert oder preislich diskriminiert. Sie sind faktisch gezwungen, über Zwischenhändler einzukaufen, deren Margen mitfinanziert werden müssen. Nun versiegen zunehmend auch indirekte Bezugsquellen. Der freie Markt wird mit Füssen getreten – und die schweizerische Wettbewerbskommission scheint machtlos.

Gemäss geltendem Kartellgesetz ist es missbräuchlich, wenn marktbeherrschende Unternehmen die Lieferung ohne sachliche Rechtfertigungsgründe verweigern. Ebenso ist es illegal, wenn sie Nachfrager preislich diskriminieren.

Ist Coca-Cola marktbeherrschend? Diese Frage wurde von der Weko noch nicht abschliessend beantwortet. Zu einem Ja konnte sich die Behörde bisher nicht durchringen. Sie toleriert, dass ausländische Abfüller der schwarzen Brause mehrfach nicht auf Anfragen reagieren, lediglich Proforma-Offerten ausstellen oder gar offen den Verkauf an Schweizer verweigern.

Dank des Ideenreichtums einiger Gross- und Detailhändler kommt es dennoch hin und wieder zu Importaktionen. So besorgte sich Feldschlösschen letztes Jahr ein paar Camions Coca-Cola aus Italien. Pistor, CC Angehrn, Landi und Otto's führten Verkäufe von spanischem und zum Teil auch dänischem Coca-Cola durch.

Die Supermarkt-Kette Denner erhielt grosse Publizität, weil sie recht grosse Mengen 2-Liter-Flaschen Coca-Cola aus Tschechien verkauft. Dazu waren beinahe generalstabsmässige Vorbereitungen nötig. "Aufwendige Parallelimporte können auf Dauer nicht die Lösung sein", meint Paloma Martino, Mediensprecherin der Denner AG. "Wir wollen in der Schweiz einkaufen, aber zu fairen Preisen."

Bei Importen gibt es kaum Liefersicherheit. Eine direkte Geschäftsbeziehung mit dem Abfüller ist nicht möglich, und die Zwischenhändler sind nicht in der Lage, ganze Lastenzüge termingerecht zu besorgen. Sofern es ihnen überhaupt gelingt, Ware zu ergattern, bezahlen Schweizer Importeure im Ausland wesentlich höhere Einkaufspreise als dort üblich.

Besonders schwierig ist es, Ware zu besorgen, die in mindestens einer schweizerischen Landessprache deklariert ist. Nur dann kann nämlich auf eine aufwendige Zusatzetikettierung verzichtet werden.

In Deutschland macht ein Pflichtpfand den Import von PET-Flaschen und Dosen unattraktiv. Bei den Mehrwegflaschen, die logistisch eine besondere Herausforderung darstellen, ist ein Import zwar möglich, faktisch aber nur über Zwischenhändler.

Der italienische Abfüller von Coca-Cola reagiert nicht auf Anfragen und der österreichische schreibt sogar offen, dass er Nachfragern aus der Schweiz keine Ware verkauft. Möglich ist dies, weil die beiden Gesellschaften wie der Schweizer Abfüller zur HBC-Gruppe gehören. Liefern die Österreicher und Italiener nicht, so handelt es sich nicht um eine Abrede im kartellrechtlichen Sinn, sondern um einen konzerninternen Vorgang.

Coca-Cola Entreprise, der französische Abfüller, reagiert nur auf Anfragen, wenn man mit der Wettbewerbsbehörde droht. Danach erhält man eine höchst unattraktive Pseudo-Offerte mit sogenannten Listenpreisen. Rückfragen betreffend der in Frankreich üblichen Rabatte, Skonti und Werbebeiträge bleiben unbeantwortet.

Wie verschiedene Importspezialisten übereinstimmend sagen, wird der Bezug von spanischer Ware mit Zusatzetiketten immer schwieriger. Es verdichten sich die Indizien, dass Coca-Cola hier die Löcher im Vertriebssystem gestopft hat.

Auf dem Graumarkt verbleibt Ware aus Osteuropa, die Schweizer Importeure dort überteuert über Zwischenhändler einkaufen, die aber wegen kyrillischer Beschriftung über Zusatzetiketten verfügen müssen und bei den Konsumenten weniger gut akzeptiert werden.

Abreden zwischen den Ländergesellschaften lassen sich nicht nachweisen oder sie sind konzernintern und werden deshalb vom Kartellgesetz nicht erfasst. Abfüller, die nicht zur HBC-Gruppe gehören, getrauen sich zwar nicht, explizit die Lieferung zu verweigern, doch gelingt es ihnen, über missbräuchliche Rabattmodelle Importe unattraktiv zu machen.

Die Weko hält sich mit der Ausrede heraus, Preisverhandlungen seien nicht ihre Sache. Dabei ginge es gar nicht darum, Konditionen zu verhandeln. Es würde schon genügen, wenn sie abklärt, ob Nachfrager aus der Schweiz preislich diskriminiert werden. Ein solches Verhalten wäre bei marktbeherrschenden Unternehmen unzulässig.


 

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