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Wirteverband Basel-Stadt

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14.02.2017

Olympia-Nein: Schlappe für Bündner Politik und Wirtschaft

Aufwind für Westschweizer Olympia-Kandidatur

Das Bündner Stimmvolk hat zum zweiten Mal innert vier Jahren eine Kandidatur für die Durchführung Olympischer Winterspiele verworfen. Das Nein zu einem Kredit von 25 Mio CHF fiel mit 60% sogar noch höher aus als die Ablehnung 2013.

awp/sda. Das Bündner Establishment aus Wirtschaft und Politik hat erneut eine schwere Schlappe erlitten. Nur vier Jahre nach dem Nein zu den Olympischen Winterspielen 2022 verwarf das Volk die neue Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2026 mit 41'633 zu 27'648 Stimmen bei 50.9% Beteiligung. Die Kandidatur, über die vor vier Jahren abgestimmt wurde, war beim Stimmvolk mit 52.7% durchgefallen.

Wirtschaftsverbände hatten die Olympia-Idee danach aufgewärmt und an die Politik herangetragen, die sofort auf den Zug aufsprang. Die Kantonsregierung kaufte den Wirtschaftsexponenten deren Grobskizze für mehrere hunderttausend Franken ab und machte die Kandidatur zur eigenen. Der Grosse Rat liess sich vom Olympia-Fieber anstecken und stimmte dem Kredit von 25 Millionen fast einstimmig zu – einzig die SP-Fraktion lehnte die Vorlage ab.

Nein in St. Moritz, Davos, Arosa

Mit Spielen, die nicht wie letztes Mal auf Davos und St. Moritz konzentriert waren, wollten Wirtschaft und Politik das Ja an der Urne diesmal hinbekommen. Als Wettkampfstätten vorgesehen waren Chur, St. Moritz, Davos, Flims/Laax. Arosa/Lenzerheide. Ausserkantonal waren Engelberg, Einsiedeln, Kloten und Zürich in das Bündner Konzept eingebunden.

Zustimmung zum Kredit gab es nicht einmal in all jenen Gemeinden, in denen Wettkämpfe hätten stattfinden sollen. St. Moritz, Davos, Arosa und Chur lehnten die Vorlage ab.

Vor allem aber die Stadt Zürich hatte schon vor dem sonntäglichen Urnengang Distanz markiert: Das Zürcher Stadtparlament, der Gemeinderat, sprach sich Mitte Januar deutlich gegen eine Beteiligung an der Bündner Kandidatur aus. Der Grund: Das finanzielle Risiko sei zu hoch.

In Graubünden standen als Olympia-Gegner die SP und die Grünen der Wirtschaft und allen bürgerlichen Parteien gegenüber. Kräftig befeuert worden war die Kandidatur von den regionalen Medien des Hauses Somedia in Chur. Verleger Hanspeter Lebrument hatte persönlich und öffentlich mit Olympia-Gegner Jon Pult über die Vorlage gestritten.

Die Olympia-Frage im 2026 ist mit dem Bündner Nein schweizweit nicht vom Tisch. Aufwind bekommen hat dadurch die Westschweizer Kandidatur "Sion 2026" mit den Kantonen Wallis, Waadt, Bern und Freiburg.

Der Bündner Volksentscheid hat laut Swiss Olympic keine direkten Auswirkungen auf den Ablauf des nationalen Nominierungsprozesses. Die olympischen Ambitionen in der Schweiz seien nach wie vor gross. Das zeige eine Reihe von Umfragen bei Sport-, Tourismus und Wirtschaftsverbänden, deren Resultate am 7. März publiziert würden.

«Für Jahre oder Jahrzehnte vom Tisch»

Die fünfköpfige Bündner Regierung bedauerte das Nein bei einem Auftritt in corpore in Chur. Regierungspräsidentin Barbara Janom sagte, die Olympia-Frage sei in Graubünden nun "sehr lange vom Tisch". Volkswirtschaftsdirektor Jon Domenic Parolini erklärte, das Projekt Olympia werde schubladisiert "für Jahre, wenn nicht für Jahrzehnte".

Alternativ will die Kantonsregierung zur wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons nun gemäss Regierungsprogramm handeln und Projekte in den Regionen unterstützen. Die Regionen seien gefordert, betonte Parolini. Der Olympia-Kandidatur in der Romandie, "Sion 2026" wünschten alle Regierungsmitglieder viel Glück.

Augenmass beweisen – Sion überrascht

Die Bündner SP, die als einzige Regierungspartei gegen die Olympia-Vorlage angetreten war, schrieb von einem "Aufstand der Vernunft". Bündnerinnen und Bündner hätten sich von "Augenmass, Ausgleich und Vernunft" leiten lassen und "Schaden für die Volkswirtschaft abgelehnt".

Die Organisatoren der zweiten Schweizer Kandidatur von Sitten zeigen sich überrascht vom deutlichen Nein aus dem Kanton Graubünden. Obwohl "Sion 2026" als Kandidatur übrigbleibe, sei noch nichts gewonnen, sagte Jean-Phillippe Rochat, Präsident des Organisationskomitees, der Nachrichtenagentur sda.

Sogar in St. Moritz sagten die Stimmbürger Nein zur Kandidatur. swiss-image.ch / Christof Sonderegger

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