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13.06.2020

Getrocknete Algenblätter untersucht

Oft mit Schadstoffen belastet, Jodgehalt zu hoch

In der japanische Misosuppe, im Sushi oder als Meeressalat – Algen sind in der asiatischen Küche weit verbreitet. Allerdings sind Algen nicht selten mit Schadstoffen und Schwermetallen belastet, die sie aus der Umwelt aufnehmen. Auch der Jodgehalt ist häufig zu hoch, meldet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL).

Die Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer hatten im Jahr 2018 getrocknete Algenblätter auf verschiedene giftige Stoffe und Spurenelemente untersucht. Im Rahmen eines bundesweiten Monitorings standen 165 Proben getrocknete Meeresalgen, vor allem Rot- und Braunalgen, auf dem Prüfstand. Rechtlich verbindliche Höchstgehalte für Schwermetalle gibt es für Algen in der Europäischen Union bislang nicht – mit Ausnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

Besonders hoch waren die Werte für Cadmium, Blei, Arsen und Aluminium. In jeder zehnten untersuchten Probe waren mehr als 3 Milligramm (mg) Cadmium pro Kilogramm (kg) getrocknete Algen nachweisbar. Das ist der Höchstwert für das Schwermetall in Nahrungsergänzungsmitteln.

Bei zehn Prozent der untersuchten Algenblätter waren relativ hohe Bleigehalte von 1 bis 10 mg pro kg nachweisbar. 126 Algenproben wurden auf anorganisches Arsen getestet. Die Befunde lagen mit 0.1 mg pro kg aber kaum über der Nachweisgrenze.

In den untersuchten Algenblättern waren durchschnittlich 100 mg Aluminium pro kg nachweisbar – ähnlich wie in einem früheren Monitoring aus dem Jahr 2013. Für Aluminium gilt eine tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge von 1 mg pro kg Körpergewicht. Da üblicherweise nur geringe Mengen getrocknete Algen verzehrt werden, wird dieser Wert alleine durch Algen kaum erreicht.

Auch Spurenelemente können in zu hohen Mengen bedenklich sein. So ist Jod einerseits für den Aufbau des Schilddrüsenhormons lebensnotwendig, andererseits kann aber eine zu hohe Zufuhr insbesondere Menschen mit Schilddrüsenproblemen schaden. Täglich sollen nicht mehr als 0.5 mg Jod aufgenommen werden. Wenn Algen mehr als 20 mg Jod pro kg enthalten, müssen sie einen Warnhinweis sowie Angaben zum Jodgehalt und zur maximalen Verzehrmenge tragen.

Im Jahr 2018 wurden in drei Viertel der Proben Jodgehalte über 20 mg pro kg gemessen. Bei acht Prozent lagen keine Warnhinweise und Verbraucherinformationen vor, sodass sie nicht verkehrsfähig waren.

Ernährungsexperten empfehlen, nur Meeresalgenprodukte mit eindeutigen Angaben zum Jodgehalt und zur maximalen Verzehrmenge zu kaufen. Jod reichert sich im Meerwasser an und wird von bestimmten Algenarten gespeichert. Besonders jodreich sind echter Kombu (Japanischer Blatttang), süsser Kombu (Zuckertang), Arame und Meeressphaghetti (Riementang).

Heike Kreutz / bzfe


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