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Wirteverband Basel-Stadt

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13.08.2020

Ansturm am Berg, Leere in der Stadt

Zwischenbilanz zur Corona-Sommersaison

Die Zwischenbilanz zum Sommer von Schweiz Tourismus zeigt für das Berggebiet erfreuliche 37% mehr Hotelübernachtungen von einheimischen Gästen, aber auch ein erschreckendes Minus von 44% bei den ausländischen Touristen. Die Rückmeldungen bestätigen zudem eine grosse Lust an Ferien im eigenen Land bei Schweizerinnen und Schweizern. In den Städten hingegen reisst der wegbleibende Übersee- und Geschäftstourismus ein grosses Loch in die Rechnung.

Bergdestinationen im ganzen Land melden einen Ansturm von Schweizer Gästen in den Monaten Juni bis August. Bei den Hotellogiernächten kommt so im Schnitt ein ordentliches Plus von 37% zusammen, stark beeinflusst von den traditionell bei Einheimischen beliebten Bergferienorten. Das ist eine Million Übernachtungen mehr als zur selben Zeit 2019.

Die ausländische Nachfrage nach Schweizer Bergsommerferien hält sich jedoch in engen Grenzen. Trotz ersten Touristen aus den Nachbarländern und den Benelux-Staaten rechnen die lokalen Tourismusakteure hier mit einem Rückgang von mindestens 44% im Vergleich zum Vorjahr, also 1.3 Millionen ausländische Hotelnächte weniger.

Dieses riesige Minus konnte auch von den zusätzlichen Schweizer Gästen nicht kompensiert werden. So sieht es für die Sommerferien-Saison auch in den Bergen nach einer negativen Gesamtbilanz mit einem Minus von über 5% im Vergleich zum Vorjahr aus. Diese Ergebnisse stammen aus einer landesweiten Branchenumfrage bei Tourismusdestinationen, Sehenswürdigkeiten und grossen Bergbahnen, welche Schweiz Tourismus vor kurzem durchgeführt hat.

Schweizer machen begeistert Bergferien in der Schweiz

Besonders die traditionellen Alpen-Destinationen sind beliebt wie nie bei Schweizer Gästen, sowohl als Tagesausflug als auch zur Übernachtung. Dieser Boom führt auch viele einheimische «First Visitors» in die Berge, die davor noch nie Schweizer Bergsommerferien unternommen hatten. Erfreulicherweise bleiben viele dieser Schweizer Touristen, wenn sie dann übernachten, auffallend länger in den Destinationen und leisten sich mehr, als sie das in der Vergangenheit getan hatten.

Weiter hoch begehrt sind Aufenthalte und Besuche der jeweils anderen Sprachregion: Westschweizer entdecken die Deutschschweiz, wie unter anderen Guido Buob, Geschäftsführer Appenzellerland Tourismus, anschaulich schildert: «Bereits im Juli haben wir die Anzahl französischer Broschüren aufgebraucht und mussten nachdrucken». Auch in der Westschweiz bestätigt zum Beispiel Bruno Huggler, Direktor Crans-Montana Tourismus & Kongress, eine starke Zunahme insbesondere der Deutschschweizer Gäste.

Verheerende Lage in den Städten

Touristinnen und Touristen aus Übersee mit ihrer Präferenz von Stadtaufenthalten fehlen weiterhin. Und der Geschäfts- und Kongresstourismus fällt ebenfalls nach wie vor grösstenteils aus. Auch müssen pandemie-bedingt immer noch Veranstaltungen abgesagt werden. Dies trifft die Tourismusanbieter in den Schweizer Städten massiv.

Allein von ausländischen Gästen fehlen in den Sommerferien-Monaten über 2.5 Millionen Hotellogiernächte, was einem Minus von 63% entspricht. In einigen mittelgrossen Städten gab es allerdings durchaus mehr Schweizer Gäste diesen Sommer. Diese stammten auch hier oft aus anderen Sprachregionen und setzten ein höheres Tagesbudget als im Vorjahr ein.

Auch die grossen Bergbahnen und Top-Attraktionen, die üblicherweise bei Touristen aus Übersee beliebt sind, leiden nach wie vor sehr unter dem Ausbleiben der Fernmarkt-Gäste.

Negative Gesamtbilanz zeichnet sich ab

In der Stadt und am Berg fehlen somit gemäss aktuellem Stand von Juni bis August gesamthaft 3.2 Millionen Hotelübernachtungen, das sind im Vergleich zum Vorjahr minus 27%.

Zu den Aussichten auf den Herbst sind die Tourismusorganisationen und Anbieter landesweit sehr besorgt und zurückhaltend: aufgrund der grossen Unsicherheiten durch die Pandemie ist es für die Destinationen und Leistungsträger schwierig bis unmöglich, Prognosen zu stellen. Die aktuelle Buchungslage ist allerdings sehr schwach, die Sorge vor weiteren grossen Rückgängen weit verbreitet.

Greyerzerland. swiss-image.ch / André Meier


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