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04.03.2021

Unzulässig und unverhältnismässig

WHO und EU machen Alkoholgenuss schlecht

Die EU-Kommission will drastische Massnahmen zur Eindämmung des Alkoholkonsums ergreifen. Sie legitimiert ihre Absichten mit einem kürzlich aufgelegten Faktenblatt der WHO Europa. Dieses erhebt sehr generisch, dass selbst ein massvoller Konsum zu mehr Krebserkrankungen führen soll. Für den Branchenverband Spiritsuisse, dessen Mitglieder für strikten Jugendschutz und einen genuss- und damit massvollen Alkoholkonsum eintreten, sind die WHO-Erhebungen und die darauf beruhenden Ableitungen der EU unzulässig, unverhältnismässig und überrissen.

«Uns liegen eindeutige Belege dafür vor, dass Alkoholkonsum selbst in geringen Mengen Krebs verursachen kann.» Dies Satz stammt vom Nino Berdzuli, Leiterin der Abteilung Gesundheitsprogramme der Länder beim WHO-Regionalbüro für Europa.

Die Aussage steht im Zusammenhang mit einem neuen Elaborat der Weltgesundheitsorganisation. Dieses erhebt im Wesentlichen, dass es im Hinblick auf Krebs keinen unbedenklichen Alkoholkonsum gebe, ungeachtet der Art des Getränks, der Qualität oder des Preises. So seien nahezu 11 Prozent aller 2018 kausal mit Alkoholkonsum verbundenen Krebsfälle in Europa auf den Konsum von nicht mehr als einer grossen Flasche Bier (500 ml), 2 Gläsern Wein (200 ml) oder 60 ml Spirituosen pro Tag zurückzuführen.

Mit zunehmender Alkoholmenge steige zudem die Gesundheitsgefährdung dramatisch. Zudem, dies auch laut Faktenblatt, würden Menschen, die sowohl Alkohol als Tabak konsumieren, im Vergleich zu Menschen, die entweder nur Alkohol oder Tabak konsumieren, ein dreissigmal höheres Risiko zu einer Krebserkrankung in der Mundhöhle, dem Rachenraum, dem Kehlkopf und der Speiseröhre eingehen.

Das Bewusstsein der Öffentlichkeit dafür, dass selbst geringe Mengen an Alkohol Krebs verursachen können, müsse geschärft und drei wirkungsvolle, «leicht umsetzbare» Massnahmen gegen alkoholbedingte Krebserkrankungen ergriffen werden. Dies sind laut WHO-Europa: Die Erhöhung der Verbrauchssteuer auf Alkohol, eine umfassende Beschränkung der Alkoholwerbung über alle Medienformate sowie eingeschränkte Verkaufszeiten für Alkohol im Detailhandel.

Die EU-Kommission hat nun ihrerseits erste Handlungsableitungen zum WHO-Faktenblatt getroffen. Dies, obschon die Kompetenzen für die Alkoholgesetzgebung nicht bei der EU, sondern bei den einzelnen Mitgliedstaaten liegen. Nichtsdestotrotz, die EU-Pläne nehmen sich drastisch aus: In einem ersten Schritt sollen bei alkoholischen Getränken auf den Etiketten alle Inhaltstoffe aufgelistet und Nährwertangaben gemacht werden. Dies beinhaltet gar die Absicht, die Kalorienzahl pro Glas Spirituose aufzuführen.

In einem weiteren Schritt sind Gesundheitswarnungen auf Flaschen und Büchsen vorgesehen. Proklamiert werden dabei Phrasen wie «Alkohol gefährdet Ihre Gesundheit» und Abbildungen von abschreckenden Krankheits-Zerrbildern, wie sie Tabakprodukte-Verpackungen gang und gäbe sind. Weiter auf dem EU-Programm stehen Werbeverbote auf Online-Videoplattformen sowie sehr hohe Alkoholsteuern.

Die Aussagen und Absichten von der WHO Europa und der EU nehmen sich für Spiritsuisse absolut unverhältnismässig aus. «Wir nehmen den Gesundheitsschutz sehr erst. Und wir verschliessen uns neuen, wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen zum Alkoholkonsum nicht. Es kann aber nicht sein, dass der massvolle Genuss von alkoholischen Getränken in ganz Europa auf der Basis eines generisch erstellten Faktenblatts mit drastischen Folgen für einen ganzen Wirtschaftszweig über Pauschalaussagen verteufelt wird.» Dies sagt Peter Platzer, Geschäftsführer von Spiritsuisse.

Der Verband werde sich mit allen Mitteln gegen alle Absichten und Auflagen wehren, «die Genussmittel wie Spirituosen tel quel in die Ecke von Suchtmitteln stellen». Platzer spricht dabei insbesondere die von der EU auch für Alkohol ins Auge gefassten Warnhinweise in Schrift und Bild Flaschen und Büchsen an. Spiritsuisse werde solchen Ansinnen in der Schweiz auf allen Ebenen entschieden entgegentreten.

Bild: Spiritsuisse


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