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28.03.2022

Silberstreif am Horizont für Hoteliers in Europa

Einigung auf einen Rechtsakt für digitale Märkte

Die EU-Gesetzgeber haben eine bahnbrechende Einigung erzielt, die zur finalen Verabschiedung des Rechtsakts für digitale Märkte (Digital Markets Act, DMA) führen wird. Die europäische Hotelbranche begrüsst die neuen EU-Regeln für digitale Gatekeeper, die eine unverhältnismässige Macht gegenüber ihren Geschäftskunden und Verbrauchern ausüben.

Hotrec ist der festen Ansicht, dass der Marktführer für Online-Hotelbuchungen, der im Jahr 2019 fast 70% des europäischen Marktes beherrschte, zu eben diesen «designierten Gatekeepern» nach den nun festgelegten Kriterien gehören wird.

Der EU-Gesetzgeber hat mit dem Verbot enger Paritätsklauseln auch die richtigen Massnahmen ergriffen, um die Macht der Online-Plattformen in diesem Bereich einzudämmen. Diese Vertragsklauseln hindern Hoteliers daran, auf ihren eigenen Kanälen einen besseren Preis als auf der Plattform anzubieten. Der DMA ermöglicht gewerblichen Nutzern auch einen besseren Zugang zu den von ihren Angeboten generierten Daten.

Der Vorsitzende der Hotrec-Arbeitsgruppe Distribution Markus Luthe und Hauptgeschäftsführer des Hotelverbandes Deutschland (IHA) erklärte: «In den letzten zehn Jahren haben die Hoteliers das inakzeptable Verhalten der dominanten OTAs nach dem Motto 'take it or leave it' hinnehmen müssen. Die Einigung über den DMA ist ein klares Signal an die digitalen Giganten: Verhaltet euch gegenüber Verbrauchern und Geschäftskunden wie Partner und nicht wie Torwächter.»

Luthe fügte hinzu: «Ich glaube, dass es bei dem Gatekeeper-Verhalten der OTAs nicht nur um den Schutz eines erfolgreichen Geschäftsmodells geht, sondern um mehr als das. Praktiken wie enge Preisparitätsklauseln und das Zurückhalten von Daten wirken letztlich als Hemmschuh für die Digitalisierung der Hotels und verfestigen die Abhängigkeit der Hoteliers von den OTAs. Die gesamte Branche kann nun ihre Digitalisierung besser angehen.»

Hotrec-Generaldirektorin Marie Audren sagte: «Die Verabschiedung des DMA ist ein Silberstreif am Horizont für die europäischen Hoteliers, nachdem sie in den letzten zwei Jahren unter einer schweren Wolke von Abschottungsmaßnahmen und Reisebeschränkungen standen. Eine derartige Gesetzgebung im digitalen Bereich wurde von der gesamten Branche seit mehreren Jahren gefordert.»

Audren fügte hinzu: "Heute kann Hotrec allen, die an der Ausarbeitung des Rechtsaktes für digitale Märkte beteiligt waren, herzlich gratulieren. Aber die Erholung des europäischen Gastgewerbes und Tourismussektors steht erst am Anfang: Es gibt noch viel Arbeit mit den politischen Entscheidungsträgern zu bewältigen, um das Niveau der Aktivitäten und Geschäfte von vor der Corona-Krise wieder zu erreichen und den digitalen und grünen Wandel zu unterstützen.»

Die Vertriebsstudie von Hotrec zeigt, dass die Marktanteile der OTAs in der europäischen Hotelbranche zwischen 2013 und 2019 kontinuierlich von 19.7% auf 29.9% gestiegen sind (gewichtete Ergebnisse einschliesslich Daten von Hotelketten). Gleichzeitig ist der Anteil der Direktbuchungen europaweit um über 10 Prozentpunkte von 57.6% im Jahr 2013 auf 45.5% im Jahr 2019 gesunken.

Die drei Hauptakteure auf dem OTA-Markt sind nach wie vor die Booking Holding, die Expedia Group und in geringerem Masse die HRS-Gruppe mit einem aggregierten Marktanteil von 92%. Booking.com ist der bei weitem einflussreichste Akteur mit einem Anteil von 68.4% am OTA-Markt. Die Dominanz von Booking.com ist in den letzten sechs Jahren um mehr als 8 Prozentpunkte gestiegen, von 60.0% im Jahr 2013 auf 68.4% im Jahr 2019.

Hotrec ist der Dachverband der Hotels, Restaurants, Bars und Cafés und ähnlicher Einrichtungen in Europa, der 46 nationale Verbände in 35 Ländern vereint und die Stimme des europäischen Gastgewerbes ist. Die Aufgabe von Hotrec ist es, die Interessen des Gastgewerbes gegenüber der EU und internationalen Institutionen zu vertreten und zu fördern, den Austausch von Wissen und bewährten Verfahren unter den Mitgliedern zu unterstützen, um Innovationen zu fördern, und als Plattform für Fachwissen für das Gastgewerbe zu fungieren.

Pressekonferenz in Brüssel. Screenshot Streamingdienst des Europäischen Parlaments


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