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20.05.2026
Preisunterbietungen durch Plattformen
Hotel leiden zunehmend unter «Undercutting»
Schweizer Hotels geraten laut einer neuen Studie von Hotelleriesuisse durch sogenannte Preisunterbietungen auf Online-Buchungsplattformen zunehmend unter Druck. Beim sogenannten «Undercutting» werden Hotelzimmer auf Plattformen wie Booking.com oder Expedia günstiger angeboten als von den Hotels selbst – häufig ohne deren Zustimmung.
awp sda. Rund die Hälfte der befragten Betriebe war 2025 von solchen Preisunterbietungen betroffen, nach 40 Prozent im Vorjahr. In 83 Prozent der Fälle hätten die Hotels den günstigeren Preisen nicht zugestimmt, heisst es in einer Studie.
Der Verband warnt vor einer Abwärtsspirale. Hotels sähen sich gezwungen, ihre Direktpreise ebenfalls zu senken, um konkurrenzfähig zu bleiben. Dadurch verlören sie zunehmend die Kontrolle über ihre Preisgestaltung und ihren Vertrieb.
Zwar erfolgen mit 58.5 Prozent weiterhin die meisten Buchungen direkt bei den Hotels. Gleichzeitig bleibt der Einfluss der sogenannten Online Travel Agencies (OTA) hoch. Rund ein Drittel aller Buchungen läuft laut Studie über solche Plattformen.
Weiterverkauf durch Dritte
Obwohl Preisparitätsklauseln inzwischen verboten sind, beeinflussen die Plattformen die Preise laut Studie weiterhin indirekt – etwa über Rankings, Sichtbarkeit oder Rabattprogramme. Knapp 30 Prozent der Hotels berichten von konkreten Eingriffen in ihre Direktpreise.
Zudem nimmt der Weiterverkauf von Zimmern über Drittanbieter zu. Mehr als die Hälfte der Hotels sei vom sogenannten «Multi-Sourcing» betroffen. Dies erschwere die Kontrolle über Preise und Angebote zusätzlich.
Der Markt bleibt stark konzentriert: Booking.com steht laut Studie für mehr als 70 Prozent der Online-Echtzeitbuchungen, Expedia kommt auf rund 15 Prozent. Die Untersuchung basiert auf einer Umfrage unter 171 Schweizer Hotelbetrieben.
- Hotels optimieren ihre Vertriebsstrategien
- Booking.com: Durchschnittshotel liefert pro Jahr 61’000 Franken ab
- Marktdominanz der Online-Buchungsportale nimmt zu
Anteil von Direktbuchungen (rot). HotellerieSuisse / HES-SO Valais
Dossiers: Hotellerie | Onlinevertrieb
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