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Wirteverband Basel-Stadt

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13.08.2020

Natives Olivenöl extra – wirklich?

Auf der Suche nach Betrugsfällen

Hochwertiges Olivenöl «nativ extra» wird nicht selten mit billigen Ölen gestreckt. Das ist ein Resultat der Operation Opson IX, für die elf europäische Staaten gemeinsam mögliche Betrugsfälle bei Olivenöl aufgedeckt haben. In Deutschland wurden die Massnahmen vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit koordiniert.

Olivenöl ist ein wichtiger Bestandteil der mediterranen Küche und auch bei uns sehr beliebt. Das Öl ist in verschiedenen Qualitätsstufen im Handel erhältlich. Besonders hochwertig ist «natives Olivenöl extra», da es aus der ersten Pressung stammt. Im Vergleich zu raffinierten Ölen wird es rein mechanisch ohne Hitzeeinwirkung gewonnen. Das aromatische Öl hat den höchsten Marktanteil und muss strenge Qualitätskriterien erfüllen.

Olivenöl ist ein häufig gefälschtes Lebensmittel, da sich durch den Zusatz von Olivenöl geringerer Qualitätsstufen oder sogar Fremdölen hohe Gewinne erzielen lassen. Die deutschen Lebensmittelüberwachungsbehörden prüften rund 3700 Liter Olivenöl der Güteklasse «nativ extra» auf eine Vielzahl an Parametern. Durch Analysen können zum Beispiel chemische Verbindungen identifiziert werden, die nicht oder nur in Spuren in echtem Olivenöl vorkommen dürfen.

Bei jeder vierten Kontrolle (19 von 83) wurden Mängel entdeckt. Zum Teil war natives Olivenöl mit raffiniertem Olivenöl, Oliventresteröl oder Lampantöl gemischt und als «natives Olivenöl extra» deklariert worden. In manchen Produkten hatten die Hersteller Fremdöle wie Soja- oder Sonnenblumenöl verwendet und im Extremfall mit Substanzen wie Cholorophyll eingefärbt. Auch falsche Herkunftsangaben wurden beanstandet.

Die Proben stammten von Grosshändlern, Importeuren und Exporteuren, Abfüllbetrieben, Einzelhändlern und aus der Gastronomie. In einigen Fällen sind weitere Nachforschungen bei den Herstellern und Lieferanten im Ausland erforderlich, um die Bewertung abzuschliessen.

Die weltweite Operation Opson besteht seit dem Jahr 2011 und wird von Europol und Interpol koordiniert. Der Begriff Opson stammt aus dem Griechischen und beschreibt den wertgebenden Bestandteil des Essens.

Mit diesen Aktionen sollen irreführende und betrügerische Praktiken bei Lebensmitteln aufgedeckt werden. Ein weiteres Ziel ist, die Zusammenarbeit der für Lebensmittelüberwachung zuständigen Behörden mit den Strafverfolgungsbehörden und dem Zoll national und international zu stärken.

Heike Kreutz / bzfe


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