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Wirteverband Basel-Stadt

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29.09.2010

Ernährungsmärkte im rasanten Umbruch

Wachsendes Misstrauen der Konsumenten

Die Ernährungsmärkte befinden sich im Umbruch. Die Konsumenten hegen zunehmend Sehnsüchte nach Einfachheit und Echtheit. Die Menschen wollen "Romance", doch die Industrie liefert "Science". Die zweite Ausgabe des "European Food Trends Report" des Gottlieb Duttweiler Instituts (GDI) beschreibt und analysiert diese Entwicklung und ihre Folgen.

Im Zentrum des Reports steht die Frage, wie das Vertrauen der Konsumenten wieder zurückgewonnen werden kann. Denn der Druck, sich "korrekt" zu verhalten, ist weiter gestiegen. Masslosigkeit und Entfremdung – die zentralen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte – werden abgelöst von einem neuen Bewusstsein für Essen und Nahrung. Die Konsumenten fordern nicht nur von sich selber Konsequenz, sondern auch von den Anbietern: Nur wer die "schlechten" Produkte streicht, bleibt glaubwürdig.

Einzelhändler und Gastronomen sind gut beraten, gesundes, massvolles, ethisches, nachhaltiges und lokales Essen zu fördern – sonst werden sich alternative Konzepte etablieren. So zeugt in verschiedenen OECD-Ländern schon heute eine wachsende Bewegung von "Community Supported Agriculture" vom Streben nach autonomen Lösungen. Wer kann, wird radikal.

Bereits vereinen einige innovative Unternehmen die neuen Konsumentenbedürfnisse mit dem Machbaren, zum Beispiel mit neuen mobilen Nahrungsangeboten. Beim gehobenen "Fine Dining" vermittelt "Bistronomy" den neuen Luxus des Einfachen und Authentischen. Und verschiedene Supermärkte positionieren sich gerade als neue Generation des "Ladens um die Ecke".

Sicher ist: Der Konsument wird erst zufrieden sein, wenn er guten Gewissens "Ja" sagen kann. Dazu braucht es auf allen Stufen der Wertschöpfungskette Renovationen, ja Revolutionen, um "Science" und "Romance" zu verbinden und so die direkte Verbindung der Konsumenten zur Produktion wieder herzustellen.


 

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