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16.01.2026

Wie sich der globale Konsum verändert

Mintel veröffentlicht Zukunftsreport 2026

Das Marktforschungsunternehmen «Mintel» zeigt im neuen Zukunftsreport 2026 zum globalen Konsum, in welche Richtung sich Verbraucher bis 2030 und darüber hinaus entwickeln – und wie Marken auf diese Veränderungen reagieren sollten.

Gemäss Mintel lauten die drei zentralen Verbrauchertrends für 2026: «Die neue Jugend» (klassische Lebensphasen verschwimmen), «Das Zuneigungsdefizit» (Konsumenten sehen sich nach Bindung) und «Anti-Algorithmus» (Suche nach intuitiveren Erlebnissen).

Dan Takacs, Associate Director of Macro Trends, EMEA Insights bei Mintel, erklärt: «Jedes Jahr bringt neue Disruptionen. Aktuell verschiebt KI die Grenzen von Kreativität und Effizienz. Wirtschaftliche Unsicherheiten verändern Prioritäten, geopolitische Spannungen den Handlungsspielraum von Marken.» Die Konsumenten würden weltweit Lebensphasen neu definieren, Kontrolle und Kreativität neu ausloten – und in einer zunehmend automatisierten Welt nach echten Bindungen suchen.

Die neue Jugend. Mit steigender Lebenserwartung und fluiden Lebensentwürfen erleben wir die Entstehung einer verlängerten Lebensmitte, in der Menschen sich nicht mehr an konventionelle, ans Alter gebundene Erwartungen halten. Bis 2030 werden demografische Veränderungen deutlich spürbar sein. Sie werden Bildung, Finanzplanung und Arbeitsmuster grundlegend verändern. Die klaren Grenzen zwischen konventionellen Lebensabschnitten verschwinden und werden fluider. Gleichzeitig wächst die Bereitschaft, in Erlebnisse jetzt zu investieren – solange Energie und Neugier gross sind.

Marken, die Erfüllung nur in der Jugend verorten oder auf den Ruhestand verschieben, verschenken enormes Potenzial in dieser erweiterten Lebensmitte. Wir werden immer mehr Menschen in ihren Dreissigern, Vierzigern, Fünfzigern oder Sechzigern sehen, die mutige zweite – oder sogar dritte – Kapitel beginnen: Sie ziehen in ein anderes Land, wechseln die Karriere, entdecken das Dating neu oder erfüllen sich lang aufgeschobene Träume. Zukunftsorientierte Marken sollten darauf reagieren, indem sie Angebote, Services und Geschichten schaffen, die diesen Wunsch nach Selbstneuerfindung unterstützen.

Das Zuneigungsdefizit. Das digitale Leben hat die Art des sozialen Miteinanders dauerhaft verändert. Viele Menschen fühlen sich isolierter und entfremdeter als je zuvor. Bis 2030 droht eine wachsende Kluft zwischen gesehen werden und wirklich gekannt werden. Zuneigung und Aufmerksamkeit werden zunehmend rational abgewogen. Was online schnell und mühelos funktioniert, braucht im echten Leben Geduld und Hingabe.

Marken haben hier eine besondere Chance: Sie können zu Katalysatoren echter Verbindungen werden. Damit physische Gemeinschaften bestehen bleiben, braucht es Angebote, die Nähe, Fürsorge und Zugehörigkeit stärken. Viele Menschen entdecken neue Wege, Zuneigung zu leben, etwa in Wahlfamilien, in Gemeinschaften, in der Beziehung zu Tieren oder in der Selbstfürsorge. Diese neuen Quellen von Nähe und Sinn gewinnen an Bedeutung, während klassische Beziehungsmuster an Bindungskraft verlieren. Der Wunsch, zu pflegen und sich zu kümmern, bleibt unverändert. Einzig die Ausdrucksformen jenes Wunsches wandeln sich: über das, was wir essen, konsumieren und erleben.

Anti-Algorithmus. Einst als nützliches Werkzeug gedacht, um uns mühelos Empfehlungen zu liefern, stellt die Menschheit heute vor die Frage, ob Algorithmen ihr Leben wirklich einfacher oder eher komplexer gemacht haben. Bis 2030 wird die Kehrseite der Optimierung sichtbar: Es droht ein Ungleichgewicht zwischen Bequemlichkeit und Selbstbestimmung. Technologien, die intransparent arbeiten, werden an Vertrauen einbüssen. Konsumenten wünschen sich mehr Kontrolle über ihre Daten. Sie werden Plattformen bevorzugen, die ihnen ermöglichen, die Algorithmen, die ihr Leben beeinflussen, zu verstehen, zu verändern oder sogar mitzugestalten.

Ein echtes Win-win für Unternehmen entsteht nur, wenn sie Algorithmen nicht allein dafür nutzen, um Trends hinterherzujagen, sondern um echte emotionale Bindung zu fördern. Vertrauen wird zum neuen Massstab digitaler Beziehungen. Doch am Ende entscheiden Herz und Verstand darüber, was sich richtig anfühlt – nicht nur, was effizient ist. Marken müssen erkennen, wo sie in diesem neuen Spannungsfeld zwischen Empowerment, Vertrauen und Kreativität stehen.

Bild: mintel.com


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