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16.01.2026
Multisensorische Impulse und Retro-Nostalgie
Schlüsseltrends für Lebensmittel und Getränke
Mintel, eine führende Agentur für Market Intelligence, präsentiert drei zentrale Prognosen, die zeigen, wie sich die Lebensmittel- und Getränkeindustrie auf die neuen Bedürfnisse und Erwartungen der Verbraucher im Jahr 2026 einstellen kann.
Die Resilienz, die Menschen weltweit während der Corona-Pandemie entwickelt haben, wirkt nach. Sie zeigt sich in einem bewussteren Umgang mit Geld, einem stärkeren Fokus auf Nährstoffe und einer wachsenden Neugier auf neue, trendige Geschmacksrichtungen. Diese Resilienz wandelt sich 2026 zu einer neuen Form von Beharrlichkeit – einer aktiven, gestaltenden Kraft.
Zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland wünschen sich, besser mit einem Leben in ständiger Unsicherheit umgehen zu können. Doch gerade ihre Beziehung zu Lebensmitteln und Getränken hilft ihnen dabei, Ausdauer zu entwickeln, und im Alltag Freude und Stabilität zu finden.
Mintel identifiziert drei Schlüsseltrends: «Vielfalt statt ‘Maxxing’» (Verbraucher betrachten Protein und Ballaststoffe nicht länger als Nährstoffe, die man «maximal ausschöpfen» muss), «Retro ist zurück:» (Faszination für das Vergangene) und «Absichtlich sensorisch» (sinnliche Elemente jenseits des Geschmacks werden gezielt eingesetzt, um emotionale Erlebnisse zu schaffen).
Vielfalt statt «Maxxing». Protein und Ballaststoffe durchbrechen das Wellness-Rauschen und werden leichter verständlich und zugänglich für alle, nicht nur für die Gesundheitsbewussten. Ein Blick auf vergangene Trends wie fettfrei in den Achtzigern oder Low Carb in den Nullern verrät uns: Extreme verlieren mit der Zeit an Bedeutung, Alltagstauglichkeit gewinnt.
Die Verbraucher geben starre Ernährungsziele zugunsten einer vielfältigeren, inklusiven Ernährung auf. Die ökologischen, geschmacklichen und gesundheitlichen Vorteile einer diversifizierten Nährstoffaufnahme werden dabei auch Produzenten und Marken überzeugen. Protein bleibt wichtig – aber der übermässige Konsum auf Kosten anderer Nährstoffe und die Assoziation mit Extremdiäten fördern das Interesse an mehr Vielfalt.
Zudem rücken das steigende Bewusstsein für Darmgesundheit und die viel diskutierte Verbindung zwischen GLP-1-Medikamenten und Verdauungsgesundheit Ballaststoffe stärker in den Fokus. Nach dem auf Social Media bekannten «Protein-Maxxing» können wir uns nun also auf «Fibre-Maxxing» einstellen.
Um Krankheiten vorzubeugen, brauchen Darmbakterien vielfältige Ballaststoffe. Das passt zu dem wachsenden Interesse der Verbraucher an präventiver Gesundheit. Doch das enorme Potenzial einer vielfältigen Ernährung kann nur dann ausgeschöpft werden, wenn Marken sie greifbar machen: durch Innovationen, die bequem, verständlich und genussorientiert sind.
Beispiele reichen von würzigen Samen-Toppings bis zu fertig gemischten Bowls aus Gemüse, Hülsenfrüchten und Körnern – idealerweise mit einem klaren Hinweis auf die Anzahl der enthaltenen Pflanzenarten oder Nährstoffe auf der Verpackung. Erfreulicherweise machen KI-gestützte Tracking-Apps diese Vielfalt schon heute mess- und umsetzbar.
Retro ist zurück. Nostalgie bedeutet nicht, in ein bestimmtes Jahrzehnt zurückzureisen. Es geht um die Sehnsucht nach einer idealisierten Vergangenheit, in der das Leben einfacher schien. Besonders deutlich zeigt sich das bei haltbaren Lebensmitteln: Marken wie Mutti oder Bold Bean Co. sind erfolgreich, weil sie Qualität, Herkunft und Geschmack mit der Bequemlichkeit langer Haltbarkeit verbinden.
Bis 2030 wird das Denken in Vorräten zur Norm. Verbraucher sehen ihre Vorratskammer als Werkzeug, um auf Überraschungen vorbereitet zu sein. Der Handel wird darauf reagieren und mithilfe digitaler Technologien die Geschichten hinter den Produkten – über ihre Herkunft und die Menschen dahinter – stärker in den Mittelpunkt rücken.
Auch das Prinzip Nichts wird verschwendet feiert angesichts des Klimawandels ein Comeback. Upcycling wird zunehmend als Ausdruck von Ressourcenschonung verstanden – und eröffnet zugleich neue Geschmacks- und Texturerlebnisse.
Absichtlich sensorisch. Ob Dirty Sodas oder Dubai-Schokolade: multisensorische Innovationen stehen seit Jahren Neuartiges, Verspieltheit und virale Aufmerksamkeit. Künftig werden Marken sensorische Reize gezielter einsetzen, um Essen und Trinken wieder zu einem echten Erlebnis zu machen. Farben, Texturen oder Düfte werden strategisch genutzt, um Freude und Emotionalität zu wecken – etwa für Nutzer von GLP-1-Medikamenten, die häufig berichten, weniger Genuss beim Snacken zu empfinden.
Ab 2030 werden Marken multisensorische Impulse verstärkt nutzen, um gezielt auf die Bedürfnisse bisher wenig beachteter Gruppen einzugehen – etwa älterer oder neurodiverser Menschen. Das kann durch angenehmere Texturen oder durch ruhigere, reizärmere Zonen in Restaurants geschehen. Viele dieser Ansätze werden eine breite Anziehungskraft entfalten.
Multisensorik greift auch ausser Haus. Von morgendlichen Raves im Coffeeshop über nächtliche Bäckerei-Runs bis zu Sauna-Partys zeigt sich insbesondere die Gen Z experimentierfreudig. Essen und Trinken verstärken dabei den emotionalen Charakter dieser neuen Formen des sozialen Miteinanders.
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Bild: mintel.com
Dossiers: Erfrischungsgetränke | Marketing | Nahrungsmittel
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