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02.10.2026
Tourismusakzeptanz entsteht nicht von selbst
Herausforderungen erkennen, Lösungen vor Ort entwickeln
Der Schweizer Tourismus-Verband hat im Rahmen des traditionellen «Rendez-vous Touristique» Vertreter des Parlaments und des Tourismussektors zusammengebracht. Im Zentrum stand die Frage, wie die Akzeptanz des Tourismus in der Bevölkerung gesichert werden kann. Zwei Inputreferate vermittelten Erfahrungen aus der Praxis und bildeten die Grundlage für eine angeregte Diskussion.
Der Schweizer Tourismus steht vor vielfältigen Herausforderungen – von geopolitischen Unsicherheiten, Klimawandel und der Frankenstärke bis hin zu regional sehr unterschiedlichen Gästeaufkommen. Während einzelne Destinationen mit hohen Besucherzahlen umgehen müssen, sind andere auf zusätzliche Gäste angewiesen.
Nationalrat und STV-Präsident Reto Nause betonte in seiner Begrüssungsrede: «Der Tourismus muss sich im Einklang mit der lokalen Bevölkerung entwickeln. Dafür müssen wir ihre Anliegen ernst nehmen und Lösungen finden, die den unterschiedlichen Gegebenheiten in den Destinationen Rechnung tragen.»
Destinationen mit konkreten Instrumenten unterstützen
Romy Bacher vom Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit des STV stellte in ihrem Inputreferat die Toolbox Tourismusakzeptanz vor. Dieses auf nationaler Ebene entwickelte Projekt unterstützt Destinationen dabei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, die relevanten Anspruchsgruppen einzubeziehen und passende Massnahmen zu erarbeiten.
«Tourismusakzeptanz entsteht nicht von selbst. Destinationen und weitere touristische Akteure müssen den Dialog mit der Bevölkerung pflegen, den Nutzen des Tourismus sichtbar machen und Herausforderungen vorausschauend angehen. Mit der Toolbox stellen wir ihnen dafür ein praxisnahes Instrument zur Verfügung», erklärte Romy Bacher.
Lösungen müssen zur Destination passen
Marc Ungerer, Geschäftsführer der Jungfrau Region Tourismus AG, zeigte anhand mehrerer Fallbeispiele, wie eine international stark nachgefragte Destination mit Besucherströmen und Akzeptanzfragen umgeht. Er erläuterte lokal abgestimmte Massnahmen und Projekte zur besseren Auslastung bestehender Betten sowie oder eine ausgewogenere touristische Entwicklung über das ganze Jahr.
«Als Tourismusdestination müssen wir die Bedürfnisse der einheimischen Bevölkerung künftig von Anfang an noch stärker mitdenken. Für eine nachhaltige Weiterentwicklung des Tourismus gilt es nicht nur aufs Gaspedal zu treten, sondern bei Bedarf auch zu bremsen», sagte Marc Ungerer.
Der Tourismussektor stellt sich diesen Herausforderungen und entwickelt sich gemeinsam mit den Destinationen weiter. Langfristig erfolgreich kann der Tourismus nur sein, wenn er von der lokalen Bevölkerung mitgetragen wird. Dafür braucht es neben passenden Lösungen vor Ort auch verlässliche Rahmenbedingungen und wirksame touristische Förderinstrumente.
- Gezielte Weiterentwicklung des Tourismus unumgänglich
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Bild: STV / André Grimm
Dossiers: Overtourism | Tourismus
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