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08.01.2013

Hygiene-Pranger: Ein Schritt zurück ins Mittelalter!

Lebensmittelkontrollen sind stets Momentaufnahmen

Das Gesundheitsdepartement Basel-Stadt unterstützt Bestrebungen auf Bundesebene, die Restaurants dazu zwingen wollen, die Resultate der letzten Lebensmittelkontrollen auszuhängen. Ein solcher Hygiene-Pranger ist unnötig und unverhältnismässig!

Es bringt nichts, Restaurants öffentlich zu brandmarken und sie so dauerhaft zu schädigen. Kein Betrieb, und ist er noch so professionell geführt, kann konstant ohne Mängel arbeiten. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler.

Gerade bei den Problembetrieben haben wir es oft mit Quereinsteigern zu tun, die meist schon in den ersten Jahren scheitern. Diese Betriebe wären dann oft gar nicht bewertet. Oder sie wären schlecht bewertet, worunter die Nachfolger leiden werden.

Bei den Kontrollresultaten handelt es sich stets um Momentaufnahmen. Weil die Hygienesituation eines Betriebs sich rasch ändern kann, würden sich Konsumenten schlimmstenfalls in falscher Sicherheit wiegen. Um eine gewisse Aussagekraft zu haben, hätten die Kontrollen mehrmals pro Jahr zu erfolgen.

Weil die Betriebe momentan durchschnittlich alle zweieinhalb Jahre geprüft werden, müsste der Mitarbeiterbestand des Kantonalen Laboratoriums massiv erhöht werden. Eine solche Ausdehnung der staatlichen Tätigkeit ist unnötig, denn die Volksgesundheit ist durch die bestehenden Massnahmen bestens gewährleistet. Die massiven Mehrkosten stehen in keinem Verhältnis zu einem möglichen Nutzen, ist der Hygienestandard in der Schweiz im internationalen Vergleich doch bereits sehr hoch.

In einer freien Marktwirtschaft ist es nicht die Aufgabe des Staates, für eine bestimmte Qualität zu sorgen. Hingegen ist es seine Aufgabe, die Volksgesundheit zu schützen: Deshalb müssen Betriebe, die die Gesundheit gefährden, geschlossen werden!

Um den (kleinen) Sockel von Problembetrieben zu verringern, braucht es ein hartes Vorgehen gegen Betriebe mit unhaltbaren Zuständen. Dazu gehören hohe Bussen, Benützungsverbote, Betriebsschliessungen und rasche, regelmässige Nachkontrollen.

Es ist unbestritten, dass staatliche Lebensmittelkontrollen nötig sind. Es braucht auch weiterhin eine umfassende Hygieneschulung – in den Berufslehren und als laufende Weiterbildung auf allen Hierarchiestufen. Einen aufgeblähten Überwachungsstaat brauchen wir aber nicht. Dessen Kosten würden entweder die Steuerzahler oder das Gastgewerbe, letztlich also die Konsumenten, tragen.

Spinnt man die Gedanken der Gesundheitsbürokraten weiter, müsste das Öffentlichkeitsprinzip nicht nur für Lebensmittelbetriebe gelten, sondern auch für Spitäler und Ärzte. Und wieso nicht auch für Lehrer und Anwälte?

Wirteverband Basel-Stadt
Maurus Ebneter
Delegierter des Vorstands


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