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01.12.2020

Gastgewerbe leidet unter massiven Umsatzeinbrüchen

95 Prozent der Stadtbetriebe bezeichnen Geschäftslage als schlecht

Die «Konjunkturumfrage Gastgewerbe» der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich und GastroSuisse ist ein wichtiger Pulsmesser unserer Branche. Nachfolgend präsentieren wir die wichtigsten Ergebnisse der vergangenen Monate Juli bis September 2020.

Rückblick auf das dritte Quartal 2020 (provisorische Daten)

Die Lage im Gastgewerbe bleibt auch im dritten Quartal 2020 Corona-bedingt prekär. Der Umsatz im Gastgewerbe ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um mehr als einen Drittel eingebrochen (minus 34.5%). Der mengenmässige Absatz bleibt deutlich unter den Vorjahreswerten; die Nachfrage ist in den letzten drei Monaten erneut markant gesunken.

Beinahe zwei Drittel der Betriebe (62.2%) beurteilen ihre Geschäftslage als schlecht. Mehr als die Hälfte der Betriebe (54.3%) musste Personal abbauen – beinahe jeder zweite Betrieb (45.3%; geglättet und saisonbereinigter Wert) beurteilt die Zahl der Beschäftigten weiterhin als zu gross.

In der Gastronomie ist der mengenmässige Absatz entsprechend der Umsatzentwicklung (minus 33.1%) im Vergleich zum Vorjahresquartal eingebrochen. Die befragten Betriebe führen dies hauptsächlich auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen (69.8%) und eine ungenügende Nachfrage (62.5%) zurück.

In der Hotellerie ging der Umsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um mehr als einen Drittel (minus 37.0%) – und damit leicht stärker als in der Gastronomie – zurück. Am stärksten betroffen waren die 1- und 2-Stern- (minus 47.2%) und 4-Stern-Hotels (minus 45.2 %). Mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmer (68.8%) beurteilen die Geschäftslage als schlecht.

Obschon die Beurteilung der Geschäftslage in sämtlichen Tourismuszonen negativ ausfällt, zeigen sich regionale Unterschiede: Besonders hart von den Auswirkungen der Corona-Pandemie getroffen wurden die grossen Städte, entsprechend beurteilen dort 19 von 20 Umfrageteilnehmer (94.9%) die Lage als schlecht. Weniger pessimistisch fällt die Beurteilung in den restlichen Tourismuszonen aus (Seeregionen 57.1% negativ; übrige Landesteile 47.4% negativ; Bergregionen: 47.1% negativ).

Ausblick auf das vierte Quartal 2020 und erste Quartal 2021

Die gastgewerblichen Unternehmen befürchten für das nächste Quartal einen weiteren Rückgang der Nachfrage und des mengenmässigen Absatzes (45.2% resp. 75.1% der Umfrageteilnehmer). Es ist mit einem weiteren Personalabbau zu rechnen (39.8% der Umfrageteilnehmer).

Die Geschäftsaussichten auf das nächste Halbjahr haben sich verschlechtert – im Gegensatz zu den grossen Städten, den Berg- und Seeregionen hofft man in den übrigen Landesteilen auf eine Stabilisierung, wenn auch auf tiefem Niveau.


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