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22.02.2022

«Tempo 30 generell» ist kontraproduktiv!

Basel-Stadt beschreitet einen radikalen, unsinnigen Weg

Heute schon gibt es schweizweit keinen anderen Kanton mit mehr verkehrsberuhigten Strassen als Basel-Stadt. Dennoch will das Baudepartement nun flächendeckend Tempo 30 – auch auf Hauptverkehrsachsen – einführen und damit eine «neue Verkehrskultur» schaffen. Warum ein solch’ radikaler Ansatz unsinnig und kontraproduktiv ist.

Gemäss Gesetz gilt innerorts auf Hauptverkehrsstrassen grundsätzlich Tempo 50. Künftig aber – so verlangt es eine Mitte Februar überwiesene Motion von Linksgrün – soll auf dem gesamten Siedlungsgebiet von Basel-Stadt Tempo 30 gelten, also auch auf den Hauptverkehrsachsen. Verlangsamt werden soll aber nur der Motorisierte Verkehr. Beim Öffentlichen Verkehr sei mit flankierenden Massnahmen dafür zu sorgen, dass dies – wie und warum auch immer – nicht der Fall sei.

Verdrängung des Verkehrs auf andere Routen

Als Begründungen für die Einführung von «Tempo 30 generell» werden Verbesserungen bei Lärm, Luft und Sicherheit ins Feld geführt.

Wohl niemand bestreitet, dass es grundsätzlich sinnvoll und wünschenswert ist, Wohnquartiere so weit wie möglich vom Verkehr zu entlasten. Darum sind sogenannte siedlungsorientierte Strassen, die primär der Erschliessung und dem Aufenthalt dienen, mit Tempo 30 verkehrsberuhigt. Auf den verkehrsorientierten Hauptverkehrsachsen gilt Tempo 50 und möglichst flüssige Fahrt. Das nennt man Strassennetzhierarchie.

Die bfu schrieb dazu: «Von zentraler Bedeutung ist, dass das übergeordnete Strassennetz innerorts eine hohe Leistungsfähigkeit aufweist. Dadurch soll vermieden werden, dass sich Schleichverkehr auf die siedlungsorientierten Strassen verlagert». Tempo 30 auf allen Strassen zerstört diese Hierarchie und den daraus gewonnenen Nutzen.

Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden hat zweifelsfrei oberste Priorität. Tempo 30 bringt aber nicht per se mehr Sicherheit – auch nicht auf verkehrsorientierten Strassen. Wenn die Sog- und Kanalisationswirkung der Hauptverkehrsachsen durch Nivellierung des Geschwindigkeitsniveaus entfällt, erfolgt eine Verdrängung des Verkehrs auf andere Routen, wählen viele Verkehrsteilnehmende dem Wasser gleich den direktesten Weg durch die Wohnquartiere. Diese Strassen sind zur Verkehrsabwicklung allerdings schlechter geeignet als die entsprechend dafür ausgebauten Achsen.

Das ASTRA hält dazu fest: «Das bedeutet, dass bei kleineren Verkehrsbelastungen eine Zunahme des MIV im Vergleich grössere Auswirkungen auf das Unfallgeschehen hat als auf eher stark belasteten Strassen. Es wird somit die Planungsphilosophie unterstützt, den motorisierten Individualverkehr auf wenigen Netzachsen zu bündeln und diese entsprechend zu gestalten, auszustatten und zu betreiben».

Mehr Emissionen als bei Tempo 50

Was die Lufthygiene anbelangt ist durch mehrere Studien belegt, dass sich Tempo 30 gegenüber Tempo 50 kontraproduktiv auswirkt: Auf die Dauer des Weges berechnet fallen bei Tempo 30 höhere Treibstoffverbräuche und mehr Emissionen an als bei Tempo 50. Der kleine Vorteil des niedrigeren Energieaufwandes beim Erreichen der Geschwindigkeit geht verloren. Kommen zusätzlich Verkehrsberuhigungsmassnahmen wie seitliche Einengungen oder Schwellen dazu, explodieren Verbrauch und Emissionen sogar.

Basel belegt heute schon den schweizweiten Spitzenplatz bei den verkehrsberuhigten Strassen. Noch mehr führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Sicherheit. Es ist deshalb ein Gebot der Vernunft, sich für die Einhaltung der geltenden Strassennetzhierarchie einzusetzen – und Tempo 30 generell nicht zuzulassen. Der Sicherheit, der Umwelt und allen Verkehrsteilnehmenden zuliebe.

Christian Greif
Geschäftsführer ACS beider Basel

Christian Greif, ACS beider Basel

Christian Greif: «Es ist ein Gebot der Vernunft, sich für die Einhaltung der geltenden Strassennetzhierarchie einzusetzen.» ACS beider Basel


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