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Wirteverband Basel-Stadt

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03.02.2010

Convenience ist fester Alltagsbestandteil

Unterwegsversorgung an Theken, Tankstellen und Kiosken

Welche Produkte bevorzugen die Konsumenten in der Schweiz? Wo kaufen sie diese Produkte ein? Sind ihre Vorlieben an bestimmte Tageszeiten gebunden? All diesen Fragen widmet sich die aktuelle Lekkerland-Studie "Convenience in Europa" mit Fokus auf die Schweiz, Österreich und Deutschland.

Bereits zum zweiten Mal hat die European Business School (EBS) im Auftrag der Lekkerland-Gruppe untersucht, welche Bedeutung Unterwegsversorgung für Konsumenten aus Europa hat. Im Fokus standen dabei die Konsumenten aus der Schweiz, Österreich und Deutschland. Die Ergebnisse der im Jahr 2009 durchgeführten Studie zeigen, dass es vielfältige Gründe für die Unterwegsversorgung gibt.

"Ziel der zweiten Convenience-Studie war es, auf Basis der Vorjahresergebnisse noch mehr ins Detail zu forschen", erklärt Dr. Sabine Möller, Studienleiterin und Professorin für Convenience & Marketing an der EBS. Bereits die erste Studie aus dem Jahr 2008 habe umfangreiche Informationen über den Convenience-Konsumenten und seine Motive geliefert.

Die erste Studie lieferte Informationen darüber, ob der typische Unterwegsversorger männlich oder weiblich ist, eher jung oder alt und ob er auf dem Land oder in der Stadt wohnt. "In der zweiten Untersuchung wollten wir genauer wissen, bei welchen Gelegenheiten sich der Konsument unterwegs versorgt und welche Produkte er wann und wo kauft", so Möller.

Starker Einfluss der Tageszeiten

Kaum etwas beeinflusst das Essen und Trinken so sehr wie die Tageszeit. Aus den Befragungsergebnissen lassen sich fünf verschiedene Konsumtypen ableiten, die im Tagesverlauf jeweils in unterschiedlichen Situationen Essen und Getränke "on the go" geniessen. Für die einen ist das Frühstück die wichtigste Zeit zum Essen und Trinken, andere bevorzugen die Mittagszeit und eine dritte Gruppe den Abend.

Zwei weitere Gruppen verpflegen sich in ihrer Freizeit unterwegs. Bei den einen ist das Hauptmotiv, schnell und unkompliziert satt zu werden, bei den anderen stehen Geselligkeit und Genuss auch im Unterwegsverzehr im Vordergrund.

Welche Bedeutung die Konsumenten den einzelnen Mahlzeiten beimessen, ist von Land zu Land verschieden. In der Schweiz ist die Mittagszeit mit weitem Abstand führend, gefolgt vom Abend. Die Deutschen und Österreicher haben ähnliche Präferenzen, doch hier folgt der Abend dicht hinter dem Mittag. Immerhin 14 Prozent der Schweizer geben an, dass das Frühstück für sie die wichtigste Mahlzeit ist.

"Für Anbieter von Convenience-Produkten ist dieses Wissen über die bevorzugten Essenszeiten von enormer Bedeutung. Unsere Studie zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen der wichtigsten Mahlzeit und dem Ort, wo diese eingenommen wird", so Prof. Dr. Möller. "Beispielsweise nehmen Menschen, denen das Frühstück besonders wichtig ist, diese Mahlzeit überwiegend zu Hause ein. Für die weniger bedeutenden Mahlzeiten nutzen sie dann eher die Möglichkeit der Unterwegsversorgung."

Einen Energy Drink auf dem Weg zur Arbeit

Morgens haben die Konsumenten in der Schweiz, Österreich und in Deutschland ganz unterschiedliche Vorlieben bezüglich Getränke. In der Schweiz steht zu Tagesbeginn der Energydrink ganz besonders hoch im Kurs. In Deutschland sieht es dagegen ganz anders aus: Für die Deutschen ist das Heissgetränk unersetzlich. Ohne ihren Morgenkaffee oder Tee starten mehr als die Hälfte der befragten Deutschen nur ungern in den Tag. Länderübergreifend betrachtet sind morgens gekühlte Erfrischungsgetränke mit 50.9 Prozent dennoch der absolute Favorit.

Während in Deutschland morgens das belegte Brötchen ein unschlagbarer Klassiker ist, zum dem drei Viertel der Unterwegs-Versorger greifen, tun dies in der Schweiz und in Österreich nicht einmal zwei Drittel der Konsumenten. Die Schweizer sind vitaminbewusst und greifen auch häufig zu Obst. Die Österreicher dagegen zeigen schon früh am Tag ihre Vorliebe für süsse Leckereien. Insgesamt 42 Prozent der Befragten in den drei Ländern nutzen auf dem Weg zur Arbeit die Möglichkeit der Unterwegsversorgung!

Mittags sind sich die Menschen in den drei untersuchten Ländern "einig". Bei den Getränken steht das gekühlte Erfrischungsgetränk, das von 55.1 Prozent der Befragten gewählt wird, unangefochten auf Platz eins. Bei den Nahrungsmitteln kann das belegte Brötchen länderübergreifend punkten: 55.7 Prozent der Befragten greifen mittags zu dem herzhaften Snack. Insgesamt 53 Prozent der Befragten nutzen um die Mittagszeit die Möglichkeit der Unterwegsversorgung.

Eine wichtige Zeit für die Unterwegsversorgung ist der Abend: 47 Prozent der Konsumenten geben an, mindestens einmal wöchentlich einen Stopp auf dem abendlichen Nachhauseweg einzulegen, um sich mit Essen oder Getränken für den Sofortverzehr zu versorgen. Die beliebtesten Produkte am Abend unterscheiden sich kaum von den zur Mittagszeit bevorzugten – auch hier liegen belegte Brötchen (31.6 Prozent) und gekühlte Erfrischungsgetränke (45.2 Prozent) länderübergreifend auf Platz eins.

Aber während die Konsumenten in Deutschland abends gerne auch zu Süssem greifen, mag man es in der Schweiz und in Österreich gesund. Dort schafft es der Salat abends auf Platz zwei der beliebtesten Produkte. Auf dem Heimweg spielen erstmals auch alkoholische Getränke eine Rolle: 14 Prozent der Konsumenten kaufen sich dann gerne ein gekühltes alkoholisches Getränk, wie beispielsweise Bier.

Tankstelle, Kiosk, Supermarkt, Bäckerei, Metzgerei

Die erste Convenience-Studie hat gezeigt, dass Convenience in allen Kanälen zu finden ist: nicht nur in der Tankstelle oder am Kiosk, sondern auch im Supermarkt und in Fachgeschäften. Auf dieser Basis wurde in der aktuellen Studie untersucht, welche Anbieter in welchen Situationen am häufigsten besucht werden. Das Ergebnis: Wenn es um Unterwegsversorgung geht, entscheiden sich die Konsumenten am häufigsten für Supermärkte, Discounter, Bäcker, Metzger oder Tankstellen.

Morgens ist eine deutliche Tendenz hin zu Supermärkten, Fachgeschäften und Tankstellen feststellbar. Mittags punkten die Fachgeschäfte, also Bäckereien und Metzgereien. Abends hingegen wird der Supermarkt, insbesondere aber auch der Discounter für die Unterwegsversorgung bevorzugt.

In der Freizeit wählen die Konsumenten Kanäle, bei denen man mehr Zeit mit Essen und Trinken verbringt: Jetzt sind Restaurants, Fastfood-Anbieter oder Imbissbuden gefragt. Tankstellen und Kioske werden in der Arbeitszeit und in der Freizeit etwa ähnlich oft aufgesucht und sind als Unterwegsversorger die ganze Woche hindurch präsent. Während an Arbeitstagen 27 Prozent der Befragten die Tankstelle und 19 Prozent den Kiosk aufsuchen, sind es in der Freizeit mit 25 Prozent bzw. 17 Prozent nur geringfügig weniger.

Nicht nur aus Zeitdruck – auch aus Freude!

Zeitdruck, Freude oder doch wahrgenommene Flexibilität? Bereits in der ersten Convenience-Studie wurde untersucht, von welchen Faktoren die Neigung der Konsumenten zur Unterwegsversorgung abhängt. Häufig wird Zeitdruck als das Hauptmotiv vermutet. Die aktuelle Studie bestätigt dies vor allem für die Schweiz. In Deutschland und Österreich ist dies jedoch nur der zweitstärkste Treiber für die Unterwegsversorgung.

Wie im Vorjahr ist bei unserem nördlichen Nachbarn die Freude an der Unterwegsversorgung der wichtigste Einflussfaktor. Die Deutschen geniessen den Snack oder den Kaffee "on the go". In der Schweiz nimmt "Freude" nur den zweiten Platz ein, in Österreich zählt dieses Motiv nicht zu den entscheidenden Treibern. Denn in Österreich hat die soziale Akzeptanz den grössten Einfluss auf die Neigung zur Unterwegsversorgung. Hier zählt, was Freunde und Familie von der Unterwegsversorgung halten.

Die aktuelle Studie zeigt auch, dass der Einfluss der wahrgenommenen Flexibilität auf die Neigung zur Unterwegsversorgung schwächer geworden ist. Sie spielt lediglich in Österreich mit Platz drei noch eine massgebliche Rolle. Daraus lässt sich folgern, dass sich die Konsumenten an das stets zunehmende und überall vorhandene Angebot an Produkten zur Unterwegsversorgung gewöhnen.

Tankstellenshops spielen bei der Ausserhaus-Verpflegung eine grosse Rolle. Bild: Lekkerland


 

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