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Wirteverband Basel-Stadt

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27.07.2018

Bratwurst mit Zwiebelsauce

Gastkolumne von Fabienne Ballmer

Alle streben nach dem Grossen. Oft muss es exotisch sein, einen Hauch von extraordinär haben. Dabei orientieren wir uns vielmals an anderen, doch verliert man dabei oft seine eigene Einzigartigkeit.

Zu den Zeiten unserer Grosseltern hiess es: «Schuster bleib bei Deinen Leisten». Ein einfacher Spruch, über den man lachen kann. Doch gerade wenn wir Biografien von Menschen lesen, die Spezielles erreicht haben, spürt man genau diese Worte heraus.

Meistens erfordert eine grosse Leistung zuerst seine eigene Identität und Einzigartigkeit zu finden, diese Tag für Tag zu leben, nicht mehr und nicht weniger. Mit viel Fleiss und Freude die Arbeit verrichten. Was man tut, richtig tun – wenn manchmal auch weniger mehr ist.

Dazu fällt mir ein, authentisch zu sein. Ein weiteres Modewort. Doch was heisst eigentlich «authentisch sein»? Ganz einfach – sich selbst und seinen Werten treu bleiben. Es muss nicht immer molekulare 6-Gang-Gastronomie sein. Die Menschen sehnen sich nach den altbekannten Gerüchen: Der Braten im Ofen, der Geruch von frisch gebackenem Zopf oder einer Bratwurst an Zwiebelsauce.

Nur zu oft sind die Gerüche nicht mehr wie früher oder so wie zu Grossmutters Zeit. Viel zu häufig entdecke ich ein Gericht auf der Speisekarte – beim Lesen rieche ich schon einen angenehmen Duft – und dann folgt die Enttäuschung. Der Koch wollte es ganz gut machen, oder besser gesagt spezieller als sein Konkurrent. Spezieller schon, aber nicht besser, denn eine Bratwurst an Zwiebelsauce ist und bleibt eine Bratwurst mit Zwiebelsauce.

Werden wir uns doch wieder bewusst, wer wir sind, woher wir kommen und was wir besonders können. Jeder hat seine eigenen Begabungen und Talente. Grosses und Spezielles erreichen wir nur über unsere Grundwerte und unsere innere Einstellung. Und diesen müssen wir treu bleiben.

Und klar, den Mut dürfen wir nicht vergessen. Den Mut, den auch unsere grossen Patriarchen und Fabrikanten hatten. Doch haben wir den Mut uns selbst zu sein? Das zu tun, was uns liegt, und vielleicht noch ein wenig mehr? Genau dies macht uns einzigartig und in der Folge auch erfolgreich!

Fabienne Ballmer
Vizepräsidentin GastroBaselland

Verliebt in die Gastronomie: Fabienne Ballmer, Vizepräsidentin GastroBaselland.


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