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Wirteverband Basel-Stadt

Wirteverband Basel-Stadt


03.10.2018

Eine Frage der Gastlichkeit

Anna Götenstedt über die Parkgebühren in Basel

Basel hat im Vergleich zu seinen Konkurrenzdestinationen hohe Parkgebühren. Das muss sich ändern, damit unsere Stadt für Besucher attraktiver wird.

Die Volksinitiative «Stadtbelebung durch vernünftige Parkgebühren» will dafür sorgen, dass die Parktarife auf ein vernünftiges Mass sinken. Davon würden Handels-, Gewerbe- und Kulturbetriebe stark profitieren. Unternehmen wir nichts, läuft Basel Gefahr, seine Zentrumsfunktion zu verlieren!

Im Grossen Rat gab es Vorstösse, die wenigstens das oberirdische Parkieren in der Nacht und am Sonntag vergünstigen wollten. Eine knappe Mehrheit konnte sich nicht dazu überwinden, Hand zu bieten. Und dies, obwohl Basel sich in einsamen Sphären bewegt und in der Nacht und am Sonntag drei Franken pro Stunde für Parkplätze verlangt, die anderswo schlicht gratis sind – und die auch bei uns lange Zeit kostenlos waren.

3 Franken pro Stunde: Das sendet ein verheerendes Signal aus, das manche Automobilisten dazu verleitet, unsere Stadt beim nächsten Mal zu meiden. Es ist eben nicht so, dass die Leute massenhaft aufs Tram umsteigen: Nein, sie weichen aus und haben einen Grund mehr, ihr Geld in Weil, Lörrach, Freiburg, Mulhouse oder auch Pratteln und Oberwil auszugeben.

Ja, der Kanton würde bei einer Umsetzung der Initiative Mindereinnahmen verzeichnen. Dies muss man aber vor dem Hintergrund sehen, dass die jetzigen Einnahmen aus Parkgebühren völlig ungerechtfertigt sind. Weil es mit attraktiveren Tarifen gelingen wird, mehr Kunden in die Stadt zu locken und sie länger hier zu halten, wird der Kanton bei einer gesamtheitlichen Betrachtung besser fahren. Denn mehr Wertschöpfung in der Stadt führt zu höheren Steuereinahmen und zu sicheren Arbeitsplätzen.

Im Wettbewerb mit anderen Destinationen

Basel lebt nun einmal nicht aus sich selbst heraus. Wir befinden uns in direkter Konkurrenz mit anderen Orten in der Agglomeration, insbesondere auch mit solchen im benachbarten Ausland. Bemühungen, unsere Stadt zu beleben, z.B. am Sonntag, werden durch hohe Gebühren sabotiert!

Der Grosse Rat hat es verpasst, die horrenden Parkgebühren in vernünftige Bahnen zu lenken. Die Frequenz- und Umsatzprobleme in der Innenstadt sind den meisten Politikern offenbar weniger wichtig sind als die Möglichkeit, Automobilisten zu schröpfen. Wachsende Leerstände selbst an guten Lagen und Arbeitsplatzverluste sind ihnen egal!

Die Initianten, zu denen ich gehöre, sind bereit, einen kraftvollen Abstimmungskampf zu führen. Hat die Initiative bei der Bevölkerung Chancen? Ja! Herr und Frau Basler haben schon verschiedentlich bewiesen, dass sie in der Lage sind, übergeordnete Interessen zu berücksichtigen und wirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen. So geschehen bei der Abstimmung über das Erlenmatt-Tram, über den Veloring oder die «Strasseninitiative» des VCS. Immer mehr Leute haben genug von einer rein ideologisch geprägten Verkehrspolitik und wünschen sich pragmatische Ansätze. Sie wollen, dass Basel das unbestrittene Zentrum unserer Region bleibt.

Eine belebte Stadt ist unabdingbar für die Attraktivität des touristischen Standorts. Eine belebte Stadt haben wir aber nur, wenn wir eine Kultur der Gastfreundschaft pflegen. Dazu gehören auch anständige, nicht überrissene Parkgebühren. Hören wir endlich damit auf, unsere Besucher zu vergraulen! Konsumentenfreundliche Parkgebühren sind weniger ein verkehrspolitisches Anliegen als eine Frage der Kundenfreundlichkeit und Gastlichkeit.

Anna Götenstedt
Gastgeberin/Wirtin Restauration zur Harmonie
Vorstandsmitglied Wirteverband Basel-Stadt



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