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Wirteverband Basel-Stadt

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16.10.2020

Weshalb das Gastgewerbe im Moment nur verlieren kann

Und wieso wir langfristig dennoch zu den Gewinnern gehören

Weshalb das Gastgewerbe im Moment nur verlieren kann:

1. Die steigenden Fallzahlen führten wegen der allgemeinen Verunsicherung bereits in den letzten Tagen zu erheblichen Frequenzrückgängen in Restaurants, Cafés und Bars. Vor allem ältere Leute bleiben zuhause. Das Home-Office nimmt wieder zu. Und Bankette werden abgesagt.

2. Nun verschärfen viele Kantone das Corona-Regime. Sie ziehen dabei das ganze Register: von der Maskenpflicht für Gäste über Personenbeschränkungen und die Sitzpflicht beim Konsumieren bis zur erweiterten Kontaktdatenerhebung. Auch darunter leiden wir, ziehen es doch manche Gäste dem Quarantänerisiko vor, ihren Kaffee im Büro oder ihr Feierabendbier zuhause zu trinken.

3. Clubs unterliegen einem faktischen Öffnungsverbot. Zwar werden sie in den meisten Kantonen (noch) nicht geschlossen, doch sind die wenigsten Betriebe in der Lage, genügend grosse Sitzbereiche anzubieten, um wirtschaftlich zu arbeiten. Die Maskenpflicht beim Tanzen hat schon zuvor vielen die Freude an einem Clubbesuch genommen.

4. In den kleinen Lokalen, darunter viele gemütliche Kneipen, Café-Bars und Bars, fehlen im Innenbereich die Sitzkapazitäten. Mit zwölf Gästen kommt man auf keinen grünen Zweig.

5. In den grossen Lokalen hat es zu viel teure Flächen, um mit den restriktiven Personenzahlbeschränkungen kostendeckend zu arbeiten. Wie soll beispielsweise die Markthalle oder das Werk 8 mit lediglich 100 Gästen funktionieren?

6. Die behördlichen Reisebeschränkungen und Quarantänebestimmungen sowie die Richtlinien der grossen Firmen sorgen dafür, dass der Geschäftstourismus sich nicht erholt. Auch der Freizeittourismus nimmt so keine Fahrt auf. Von den Messen, Kongressen, Sport- und Kulturveranstaltungen, die als Magnete wegfallen, ganz zu schweigen!

7. Betriebsschliessungen und Konkurse werden in den nächsten Monaten rasant zunehmen. Viele Gastronomen und Hoteliers haben schlicht keine Reserven mehr. Es sind auch keine Versicherungen (mehr) da, die den Schaden wenigstens teilweise auffangen. In den Städten haben eigentlich nur diejenigen gute Überlebenschancen, die einen verständnisvollen Vermieter oder grosses Kapital im Rücken haben. Die Branche wird viele gute Leute verlieren. Das tut weh.

Wieso wir langfristig dennoch zu den Gewinnern gehören werden:

1. Das Gastgewerbe hat bisher eine erstaunliche Widerstandsfähigkeit bewiesen. Es ist ein Wunder, dass noch nicht wesentlich mehr Betreiber aufgegeben haben. Die meisten Gastronomen und Hoteliers sind offenbar resilienter als wir es vermutet haben.

2. Einer solchen Krise zu widerstehen, erfordert Leidenschaft und einen enormen Einsatzwillen. Es braucht auch die Solidarität der Familie, der Freunde und Bekannten, unserer Gäste. All dies ist im Gastgewerbe vorhanden!

3. Viele Gastronominnen und Gastronomen haben in der Krise eine enorme Flexibilität und Kreativität bewiesen. Sie erschliessen neue Vertriebskanäle, digitalisieren in Windeseile, probieren neue Formate und Angebote aus. Da tun sich Chancen auf.

4. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen Verständnis und leisten Übermenschliches, obwohl sie wegen Kurzarbeit, Arbeitsplatzunsicherheit und geringeren Trinkgeldern unten durchmüssen. Auch dank ihnen werden wir es schaffen!

5. Die Konsumentinnen und Konsumenten haben in den letzten Monaten gemerkt, wie sehr sie Restaurants, Cafés, Kneipen, Bars, Pubs und Clubs brauchen. Es ist diese Systemrelevanz, die uns wieder ins Geschäft zurückbringen wird.

6. Viele Menschen haben bewusst wahrgenommen, wie sehr sie ihre Lieblingslokale mögen und schätzen. Sie werden uns auch jetzt die Treue halten. Wir und unsere Gäste: Gemeinsam werden wir das schaffen! Irgendwie.

7. Zwar scheinen nicht alle Corona-Auflagen auf ihre Wirksamkeit, Verhältnismässigkeit und Wirtschaftlichkeit überprüft worden zu sein. Aber in der Summe werden sie einen Beitrag dazu leisten, dass die Infektions- und Hospitalisierungszahlen sinken. Das wird Lockerungen ermöglichen und vielen Gästen das Vertrauen zurückgeben.

8. Wir werden viele Leerstände haben, auch bei schönen Objekten an guten Lagen. Das gibt Chancen für junge Gastronominnen und Gastronomen. Die Wunden werden heilen. Aber es wird dauern.

9. Die staatliche Unterstützung rollt an, zumindest in Basel-Stadt. Das Hilfsprogramm in der Höhe von bis zu 15 Millionen Franken wird vielen helfen, durchzustehen. Akonto-Zahlungen an die Betriebe sind wohl schon vor Ende Jahr möglich.

10. Bei Lichte betrachtet, sind Restaurantbesuche völlig ungefährlich. Bis zum Tisch trägt man eine Maske. Die Mitarbeitenden tragen ebenfalls eine Maske. Zu anderen Gästegruppen hält man Abstand. Und die Betriebe betreiben einen enormen Hygieneaufwand. Jetzt müssen wir uns nur noch die Hände regelmässig waschen. Auch das haben die Leute in der Zwischenzeit gelernt.

Maurus Ebneter
Präsident Wirteverband Basel-Stadt


 

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